Vom Volksparkstadion zum Volksparkstadion in vier Akten

Hamburg. Nun heißt die Arena ab dem 1. Juli also wieder Volksparkstadion. Exakt 14 Jahre nachdem der Hamburger SV als erster Verein in Deutschland überhaupt den Namen seiner Spielstätte an ein Unternehmen verkaufte, ist er nun auch der erste Club, der zur traditionellen Bezeichnung zurückkehrt. Der HSV bleibt also ein Pionier in Sachen Stadion-Benennung. Übrigens: Er war auch der erste Bundesligist, der im Jahr 2007 einen zweiten Namenssponsor präsentierte.

Insgesamt drei Firmennamen standen seit 2001 in riesigen Buchstaben auf dem Dach der Ostkurve. Von 2001 bis 2007 war es die AOL-Arena, von 2007 bis 2010 die HSH Nordbank-Arena, und seit fünf Jahren heißt es Imtech Arena. Für die HSV-Fans aber ist es immer das Volksparkstadion geblieben.

Allen drei Namenssponsoren ist gemeinsam, dass sie aus wirtschaftlichen Gründen zum Ausstieg aus dem Sponsoring gezwungen wurden. Der Internet-Provider AOL litt stark unter der Einführung von DSL und Flatrates, AOL Deutschland wurde 2007 an Hansenet verkauft. Die HSH Nordbank wurde durch Fehlspekulationen und die internationale Finanzkrise 2010 an den Rand des Ruins gebracht, und auch der Gebäudetechnologiekonzern Imtech ist mittlerweile im dreistelligen Millionenbereich verschuldet.

Im Juni 2001 hatte der HSV unter dem damaligen Vorsitzenden Werner Hackmann die Namensrechte für 30 Millionen Mark für fünf Jahre an AOL verkauft. Der Vertrag wurde nach der WM 2006 für drei Millionen Euro um ein Jahr verlängert. Mehr als fünf Millionen Euro jährlich war anschließend der HSH Nordbank der Arena-Name wert. Imtech zahlte zuletzt 25 Millionen für sechs Jahre.

Einen vierten potenten Partner zu finden wäre für den HSV angesichts des „Arena-Fluchs“ und auch der aktuellen sportlichen Situation sehr schwierig geworden. Die Rückbesinnung auf den Namen „Volksparkstadion“ und die Bereitschaft von Klaus-Michael Kühne, dafür bis 2019 jährlich vier Millionen Euro zu zahlen, ist deshalb für den HSV ein Glücksfall.