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Der Flitzer, der Ribery attackierte, ist ein DJ aus Hamburg

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Er entschuldigte sich für seinen Ausraster. Die Geldstrafe für den HSV muss der Flitzer tragen. Die Spieler fürchteten eine Massenschlägerei.

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Hamburg/München. Droht dem HSV jetzt ein Geisterspiel, weil ein Flitzer im DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München Franck Ribery attackierte? Wohl kaum – auch wenn die Aufregung um den Mann groß ist und Aktionen wie diese immer Strafen des DFB nach sich ziehen.

Der Mann bahnte sich Sekunden vor dem Ende der Partie den Weg über die Absperrung und durch die Ordner hindurch, lief quer über das Spielfeld, um Bayern-Star Franck Ribéry mit einem HSV-Schal eine zu verpassen und ihm danach beide Mittelfinger zu zeigen. Wenige Sekunden später überwältigten Ordner den Störenfried und übergaben ihn der Polizei.

Während der Partie war Ribéry mehrfach ausgepfiffen worden, wenn er in Ballbesitz kam. Ausgangspunkt war ein Zweikampf mit HSV-Abwehrspieler Ashton Götz, nach dem der Hamburger U23-Spieler die Gelbe Karte sah. Ribéry soll dem Nachwuchsakteur bei der Aktion mit der Hand ins Gesicht geschlagen haben. Vermutlich wollte der auf den Rasen gestürmte Fan seinen Unmut darüber ausdrücken.

Doch so sehr sich die Gemüter daraufhin erhitzten, so schnell kühlten sie auch wieder ab. Der HSV entschuldigte sich noch am Abend für den Vorfall, der Rekordmeister nahm die Entschuldigung an. „Franck hat souverän darauf reagiert. Das kann der HSV schlecht verhindern, da kann man keinem einen Vorwurf machen. Groß aufregen sollten wir uns nicht, es ist nichts passiert“, sagte der Bayern-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge.

Ribéry machte ebenfalls kein Aufhebens um die Angelegenheit: „Es ist Fußball, kann passieren. Für mich ist es okay, nach dem Spiel ist immer alles vorbei“, erklärte der 31-jährige Franzose. Auch die Hamburger Profis waren entsetzt über die Einlage kurz vor Spielende. „Bei aller Liebe, das sollte nicht sein. Ich hatte Angst, dass Franck ihm noch eine mitgibt“, sagte Mittelfeldspieler Lewis Holtby.

Der Flitzer selbst zeigte sich am Tag darauf reumütig. In einem Brief entschuldigte er sich bei beiden Clubs für seinen Blackout, bedauerte sein Verhalten zutiefst. HSV-Vereinspräsident Carl Jarchow nahm dies wohlwollend zur Kenntnis, wird die zu erwartende Geldstrafe dennoch an den Eindringling weiterleiten. Der HSV stellte zudem Strafanzeige gegen den Flitzer und wird ein Stadionverbot aussprechen. Einen Ausschluss von Fans oder gar ein Geisterspiel befürchtet Jarchow nicht.

HSV-Stadionchef Kurt Krägel berät mit seinem Team nun Maßnahmen, wie ein derartiger Vorfall in der Zukunft vermieden werden kann. Der Fan soll aus der Nordkurve innerhalb des Stadions zur Westseite vorgedrungen sein, wo er einen unaufmerksamen Moment eines Ordners ausnutzte. Bei dem Flitzer handelt es sich nach Abendblatt-Informationen um einen Hamburger DJ, der keiner bestimmten Fan-Gruppierung angehört.

( (HA/fhe) )

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