Bundesliga

Soll Holtby van der Vaart beim HSV ersetzen?

Erst sollte er bleiben, nun ist alles offen: Trabzonspor verhandelt offenbar mit Rafael van der Vaart über einen Wechsel. Sollte der Niederländer den HSV verlassen, wäre Geld für Lewis Holtby da.

Hamburg. Neuer Wirbel um HSV-Kapitän Rafael van der Vaart: Laut türkischen Medienberichten soll der Niederländer vor einem Wechsel zu Trabzonspor stehen. „Wir sprechen mit dem Verein“, wird van der Vaarts Berater vom türkischen Sender „NTVSpor“ zitiert. Der Niederländer hat noch einen Vertrag bis 2015 in Hamburg. Zuletzt sah es allerdings so aus, als ob der 31-Jährige beim HSV bleibt.

Für den Fall der Fälle hätte der HSV aber womöglich eine Lösung parat. Nach Informationen des HSV-Blogs „Matz ab“ verhandelten die Verantwortlichen des Bundesligisten schon vor Wochen mit Ex-Schalker Lewis Holtby. Der 23-Jährige gilt als Wunschspieler von Dietmar Beiersdorfer und Trainer Mirko Slomka, besitzt aber bei Tottenham noch einen Vertrag bis 2018. „Ich würde lügen, wenn ich sage, dass wir mit Holtby nichts zu tun haben. Wir müssen auf alle Eventualitäten vorbereitet sein", sagte Beiersdorfer vielversprechend beim HSV-Fantalk am Dienstagabend, und weiter: „Holtby ist ein guter deutscher Spieler, der in Tottenham nicht so zum Zuge kommt.“

Sein Marktwert beträgt laut transfermarkt.de 7,5 Millionen Euro. Ein Transfer wäre für die Hamburger wohl nur bei einem Abgang von Rafael van der Vaart zu finanzieren.

Dietmar Beiersdorfer hat allerdings erst vor zwei Wochen ein Machtwort gesprochen: „Ich baue auf Rafael. Er macht einen guten Eindruck. Ich bin froh, dass er bei uns ist. Rafa ist ein hervorragender Spieler“, so der Vorstandsboss. „Rafa geht voll motiviert in die Saison. Er ist stolz, wieder Kapitän zu sein.“, sagt Beiersdorfer: „Er hat viel an sich gearbeitet, ist zu 100 Prozent fit in Kopf und Körper. In dieser Form ist er nicht zu ersetzen. Wir können schwer auf ihn verzichten.“

Aufgrund seiner schwachen Leistungen in der Vorsaison, als der HSV erst in der Relegation den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte verhinderte, hatte sich van der Vaart zuletzt selbstkritisch geäußert. Er sei mit sich „brutal ehrlich ins Gericht gegangen“ und dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass er „einfach nicht gut“ war und auch seine Fans enttäuscht hat. „Ich habe viel gutzumachen“, sagte der 109-fache holländische Nationalspieler angesichts des knappen Ligaverbleibs und der Trennung von seiner Frau. Er wolle nach einer bisher gut verlaufenen Vorbereitung ohne Verletzung noch einmal sein wahres Können zeigen.

Van der Vaarts Formkurve zeigte in den vergangenen Wochen nach oben, auch private Schlagzeilen waren zuletzt in der Öffentlichkeit Mangelware. Bei den Fans scheinen solche Worte bereits Wirkung zu erzielen. Seit Verkaufsstart der neuen Trikots wurden nur mehr Lasogga-Leibchen abgesetzt als Hemden mit dem Schriftzug van der Vaarts.

Eine Verlängerung des nach der Saison auslaufenden Vertrags mit dem alten und neuen Kapitän ist derzeit allerdings nicht geplant. Beiersdorfer: „Wir müssen erst mal die Gegenwart in den Griff bekommen.“ Erst dann könne man über die Zukunft reden. Womöglich stellt sich die Frage in Kürze nicht mehr.