HSV ist sich mit Fürths Stieber einig

Der Vorstand legt dem noch amtierenden Aufsichtsrat diese Woche eine Beschlussvorlage vor

Hamburg. Noch hat er nicht mit Dietmar Beiersdorfer gesprochen. Und auch nicht mit Thomas von Heesen und Peter Nogly, die im neuen Aufsichtsrat für die sportliche Expertise sorgen sollen. Oliver Kreuzer hat einfach seine Arbeit weitergemacht vor der Mitgliederversammlung und die möglichen Konsequenzen für seinen Job gedanklich beiseitegeschoben. „Jetzt müssen wir unsere Dinge vorantreiben, das ist ja klar“, sagte der für Sport zuständige stellvertretende Vorsitzende, „bis zum 30. Juni ist der noch amtierende Aufsichtsrat mein Ansprechpartner.“

Also hat er eine Beschlussvorlage über die Verpflichtung des Ungarn Zoltan Stieber von Hamburgs Relegationsgegner SpVgg Greuther Fürth natürlich dem alten Gremium vorgelegt, das diese Personalie auch noch entscheiden wird. Stieber hat einen Vertrag bis 2016, es wird Ablöse fällig, sein aktueller Marktwert wird bei „Transfermarkt“ mit 1,7 Millionen Euro angegeben. Bei Summen über 500.000 Euro muss der Aufsichtsrat nach der noch gültigen Geschäftsordnung zustimmen. Der 25-Jährige spielt auf der linken Außenbahn und könnte damit ein Nachfolger von Marcell Jansen oder Ivo Ilicevic werden. Thomas von Heesen war in diese Personalie noch nicht involviert.

„Mein Wunsch ist es, den neuen Aufsichtsrat mit ins Boot zu holen“, sagt Kreuzer. Seine Situation ist ja äußerst diffizil, seine Zukunft unklar. Er hat sich als Unterstützer für HSVPlus geoutet und war deshalb froh über das Ergebnis am Sonntag. Aber er weiß nicht, ob er im Amt verbleiben soll, wenn erst einmal ein neuer Vorstand bestellt ist. Der Wunsch-Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer hat seine Fähigkeiten als Sport-Verantwortlicher hinlänglich bewiesen. „Didi ist ein langjähriger Weggefährte, wir haben oft gegeneinandergespielt, sind uns auch zuletzt immer mal über den Weg gelaufen“, sagt Kreuzer und hofft auf ein baldiges Gespräch.

Er hat einen Vertrag bis 2016, eine Trennung würde eine erhebliche Abfindung kosten. Seinen jetzigen Vorstandsposten allerdings ist er auf jeden Fall los, womit er kein Problem hat: „Ich war immer Sportchef und für Fußball verantwortlich. Der Posten im Vorstand ist für mich nicht entscheidend“, sagt der 48-Jährige, „ich bin ganz entspannt, für mich geht es normal weiter.“

Dazu gehört an diesem Montag auch ein Gespräch gemeinsam mit Trainer Mirko Slomka im UKE mit den medizinischen Betreuern des HSV. Ein neuer Mannschaftsarzt wird gesucht, Topkandidat Michael Joneleit (Offenbacher Kickers) hat abgesagt. In der Leistungsdiagnostik will sich der Verein „neu aufstellen“, auch ein Nachfolger für Physiotherapeut Stefan Kliche (zu St. Pauli) wird noch gesucht.