Rieckhoff: Ich bin jetzt Rentner, strebe kein Amt mehr an

Hamburg. Die Mission ist erfolgreich beendet, Ernst-Otto Rieckhoff, 62, hat jetzt Zeit fürs Private.

Hamburger Abendblatt:

Herr Rieckhoff, wie glücklich sind Sie?

Ernst-Otto Rieckhoff: Es war eine große emotionale Anspannung. Man arbeitet so lange auf diesen Tag hin. Stolz bin ich vor allem, weil ich so tolle Mitstreiter hatte und habe.

Wie sicher waren Sie, dass der Antrag durchgehen würde?

Rieckhoff:

Zweifel hatte ich am Sonntag nicht mehr. Unser Antrag, die Abstimmung über HSVPlus vorzuziehen, hatte schon eine große Mehrheit. Das war ein Indiz. Es wurden in der Versammlung auch Fragen gestellt, die wir beantworten konnten. Als eine Rednerin dann unser Konzept unterstützte und so viel Beifall bekam, wusste ich, es gibt eine sehr gute Chance.

Dennoch wirkten Sie nach der Abstimmung sehr gerührt.

Rieckhoff:

Dass ich überwältigt bin, wird jeder verstehen. 86 Prozent Zustimmung ist eine ganze Menge. Das Bild mit den Fans auf der vollen Tribüne, die nach der Wahl aufgestanden sind und applaudiert haben, werde ich nie vergessen. Wichtig ist mir aber, dass auch die Mitglieder, die sich anders entschieden haben, nicht das Gefühl haben, Verlierer zu sein. Die soll es nicht geben, es geht um den HSV, und der ist der Gewinner.

Der von Ihnen zusammengestellte neue Aufsichtsrat kann satzungsgemäß erst am 1. Juli zusammentreten.

Rieckhoff:

Das ist richtig. Dennoch wird man sich bald zusammensetzen, damit die Arbeit beginnen kann. Man sollte sicherlich auch schon einwirken auf den Kader für die kommende Saison.

Sie werden dem neuen Aufsichtsrat ja nicht angehören. Was werden Sie tun?

Rieckhoff:

Gar nichts. Man soll auf dem Höhepunkt aufhören. Von Montag an bin ich Rentner, dann geht es erst einmal in den Urlaub. Ich strebe keinerlei Amt mehr an. Meine Frau glaubt allerdings nicht, dass ich das durchhalte. Ich bin aber fest entschlossen.