HSV verhandelt mit Ostrzolek

Der Augsburger könnte Marcell Jansen Konkurrenz machen. Auch Fürths Zoltan Stieber ein Kandidat

Hamburg. Im großen Abendblatt-Interview hatte Oliver Kreuzer am Mittwoch angekündigt, dass der HSV auf neue Gesichter in der neuen Saison setzt. Mit Trainer Mirko Slomka fahndet der Sportchef trotz aller Turbulenzen um die mit Spannung erwartete Mitgliederversammlung am Sonntag mit Hochdruck auf dem Transfermarkt. Ganz oben auf seiner Wunschliste steht nach Abendblatt-Informationen Linksverteidiger Matthias Ostrzolek, 23, vom Liga-Konkurrenten FC Augsburg.

Ostrzolek hat bereits seinem Verein signalisiert, dass er trotz eines bis 2015 laufenden Vertrages auf jeden Fall gehen möchte. Bislang galt Hertha BSC als aussichtsreichster Kandidat. Doch der Hertha war die Ablöseforderung der Augsburger zwischen zwei und drei Millionen Euro zu hoch. Jetzt sind nur noch zwei Clubs im Rennen: Hannover 96 und eben der HSV. Ostrzolek, geboren in Bochum, Sohn polnischer Eltern, spielte zunächst für polnische Jugendauswahlen, entschied sich dann aber für die deutsche U21, für die er acht Länderspiele bestritt.

Kreuzer hatte im Abendblatt angekündigt, dass der Club mit neuen Spielern die Konkurrenz im Kader anheizen wolle. Niemand solle sich mehr zu sicher fühlen. Die Verhandlungen mit Ostrzolek darf Marcell Jansen, einer der Spitzenverdiener im Team, getrost als ernstes Warnsignal verstehen. Denn mit Ostrzolek würde er ernste Konkurrenz auf der linken Außenbahn bekommen, sofern er überhaupt beim HSV bleiben sollte. Für eine festgeschriebene Ablöse von fünf Millionen Euro könnte er den HSV verlassen.

Auch ein zweiter Kandidat Kreuzers kann auf der linken Außenbahn, allerdings in der Offensive, spielen: Zoltan Stieber, 25, von Greuther Fürth, der sich in den Relegationsspielen gegen den HSV profilierte. Mit dem Ungarn beschäftigt sich der HSV intensiv. Sein Vertrag läuft allerdings bis 2016, seinen Marktwert schätzt „transfermarkt.de“ auf 1,7 Millionen Euro.

Für Wirbel beim HSV sorgen weiter die Äußerungen von Hakan Calhanoglu, der in der „Sport Bild“ trotz eines langfristigen Vertrags seinen gewünschten Wechsel zu Bayer Leverkusen forcierte (Abendblatt berichtete). „Der Spieler hat den Wunsch, den Verein zu wechseln und möchte zu uns. Wir würden anstelle des HSV auch überlegen, was wir jetzt machen. Klar ist: Hamburg entscheidet – und wir akzeptieren jede Entscheidung“, sagte der Sportchef Rudi Völler der „Bild“. Karl Gernandt, Vertrauter von HSV-Investor Klaus-Michael Kühne und designierter Aufsichtsratschef von HSVPlus sprach in der „Morgenpost“ von einer „charakterlichen Schweinerei: Wozu machen wir Verträge, wenn acht Wochen später alles wieder Schall und Rauch ist.“