HSV im Abstiegskampf

Schlussmann Drobny ersetzt Adler auch in Fürth

Rückenprobleme lassen Einsatz des Stammkeepers nicht zu. Der Tscheche rettete den Club schon einmal und überzeugte im Hinspiel der Relegation.

Hamburg. Als die meisten anderen Kollegen noch in der Kabine weilten, verließ René Adler mit ernstem Blick bereits das HSV-Stadion. Nachdem er beim Vormittagstraining gefehlt hatte, machte Sportchef Oliver Kreuzer deutlich, dass an einen Einsatz des Stammtorwarts, der schon länger an Rückenproblemen laboriert, nicht zu denken ist.

So wird es wie beim Hinspiel auch am Sonntag in Fürth auf die Künste von Jaroslav Drobny ankommen. Ausgerechnet. „Drobo hat in den vergangenen Jahren viel mitgemacht“, sagte Heiko Westermann am Freitag, „aber er war immer da, wenn man ihn gebraucht hat. Für mich war er beim 0:0 am Donnerstag mit Abstand der beste Mann auf dem Platz.“ Auch Sportchef Oliver Kreuzer, der Adler und Drobny schon früher als „Torwart 1a und 1b“ klassifiziert hatte, lobte: „Es war für mich beeindruckend, wie toll er sich präsentiert hat. Dabei hat er von seinem Einsatz erst eine halbe Stunde vor dem Anpfiff erfahren, als René das Aufwärmprogramm abbrechen musste.“

Ausgerechnet Drobny also muss der Rückhalt sein für die in dieser Saison so anfällige Defensive. Vielleicht gar nicht so schlecht, nachdem Adler in dieser Saison mehrfach gepatzt hatte und zuletzt psychisch nicht stabil wirkte. Der Tscheche hingegen hat in der Saison 2011/12, als der HSV ebenfalls in akuter Abstiegsgefahr steckte und am Ende Platz 15 belegte, seine Abgezocktheit und Klasse bewiesen und gehört seitdem zu den Lieblingsspielern der Fans. Den Absturz konnte allerdings auch er in dieser Saison nicht aufhalten: Gegenb die Bayern (1:3), Mainz (2:3), Schalke (0:3) und Hoffenheim (0:3) musste Drobny stolze zwölf Mal hinter sich greifen.

Sollte der HSV den Abstieg nicht vermeiden können, gilt es als wahrscheinliche Variante, dass Adler die Hamburger verlässt und Drobny, dessen Vertrag bis 2015 läuft, wieder zum Stammtorwart aufsteigt. Doch auch bei einem Bundesligaverbleib könnte der Platz im Tor für den 34-Jährigen frei werden, sollte es die finanzielle Situation erforderlich machen.