HSV

„Punktemäßig hat sich Trainer-Wechsel nicht ausgezahlt“

Oliver Kreuzer hat bereits vor dem letzten Spieltag in der Hinrunde ein Fazit gezogen. Der HSV habe sechs bis acht Punkte zu wenig geholt befindet der Sportchef. Die Heimschwäche war für ihn dabei ausschlaggebend.

Hamburg. Das letzte Heimspiel gegen Mainz 05 steht am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky und im Liveticker auf abendblatt.de) zwar noch auf dem Programm, ehe der HSV-Tross über die Weihnachtstage Zeit zum Verschnaufen bekommt. Doch Sportchef Oliver Kreuzer hat unabhängig vom Ausgang dieser Partie eine Bilanz der Hinrunde gezogen – und dabei deutliche Worte gefunden. „Wir haben jetzt 16 Punkte. Auch wenn wir gegen Mainz gewinnen sollten, hätten wir nur 19 Zähler. Und das ist für den HSV einfach zu wenig“, sagte Kreuzer am Montag.

Es fehlten sechs bis acht Punkte, die durchaus möglich gewesen wären, meint Kreuzer. Doch die Heimschwäche mit vier verlorenen Spielen vor eigenem Publikum war seiner Ansicht nach am Ende ausschlaggebend für die nicht erfüllten Erwartungen. Gute Ansätze reichten eben nicht, insgesamt schwankten die Leistungen zu sehr. Zudem sei die Anzahl der individuellen Fehler zu hoch gewesen. „Vielleicht spürt die junge Mannschaft einfach zu viel Druck, wenn sie in Hamburg aufläuft und weiß, dass gegen fast jeden Gegner vom Publikum ein Sieg erwartet wird. Einem Rafael van der Vaart ist es sicherlich egal, wo er aufläuft, aber andere Spieler beschäftigt das schon.“

Da stellt sich die Frage, ob der Trainerwechsel von Thorsten Fink zu Bert van Marwijk im September überhaupt einen Sinn hatte. Van Marwijk kann in der Bundesliga immerhin 1,2 Zähler pro Begegnung für sich verbuchen, Fink kommt lediglich auf 0,8. Doch Kreuzer bleibt kritisch: „Punktemäßig hat sich der Wechsel nicht so ausgezahlt, wie wir es uns vorgestellt haben. Aber wenn man die Entwicklung betrachtet, schon. Das Gesamtpaket stimmt.“ Insofern hält Kreuzer, der in den freien Tagen einen Kurzurlaub in Österreich plant, auch wenig von Schwarzmalerei. „Ich rede nicht vom Abstiegskampf. Das wäre kompletter Blödsinn, denn dafür sind wir viel zu gut.“

Um diese Aussage bestätigen zu können, muss gegen Mainz ein Sieg her. Alles andere wäre auch für Kreuzer nicht akzeptabel, der den letzten Hinrundengegner in Sachen Laufbereitschaft und Kampfeswille nicht auf einer Stufe mit den überraschend starken Augsburgern sieht. Ob René Adler dabei mithelfen kann, ist weiter ungewiss. Der Torwart wird wohl frühestens am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining einsteigen können, da sein Sprunggelenk noch immer Probleme bereitet. Besser sieht es beim Kapitän aus. Am Montag konnte Rafael van der Vaart nach einer Knieprellung zwar nur eine Laufeinheit absolvieren. An diesem Dienstag soll er vorsichtig ins Mannschaftstraining einsteigen.