Nachspiel

Hauptsache, weg: Alles muss raus!

Eine Glosse von Andreas Hardt

Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Schnäppchenmarkt im Volkspark, hier gibt es, was das Herz begehrt. Innenverteidiger en masse, Mittelfeldakteure. Billig, billig, billig!

Der HSV braucht dieser Tage die Hilfe eines Marktschreiers der übelsten Art. Einer, der seine Kunden betrügt und über den Tisch zieht. Der die spielerische Klasse und Übersicht eines englischen Verteidiger überbordend anpreist, das ausgeglichene Temperament und die Reife eines Abwehrspielers aus Serbien, die jugendliche Frische eines Ösis. Kommen Sie, schauen Sie, kaufen Sie. Jetzt!

Seit seinem Amtsantritt beim HSV versucht sich Oliver Kreuzer auch als Handelsvertreter. Er hat Personal auf der Gehaltsliste, für das es offensichtlich keine Verwendung mehr gibt in der Mannschaft von Trainer Thorsten Fink. Superteure Ladenhüter. Aber Geiz ist jetzt geil. Gelegenheit!

Es gibt ja diese Leute im Fußballgeschäft, die drehen dir alles an. Der HSV selbst ist auf sie reingefallen. Vor Kreuzer. Es wurde eingekauft wie bei einer Seniorenrunde auf der Rheumadecken-Kaffeefahrt.

Jetzt sind die Spieler an Bord. Und sollen wieder runter. Die Namen werden überall genannt. Zwei der Überzähligen dürfen schon gar nicht mehr mit der Stammauswahl üben, sie sind abgeschoben. Der HSV selbst reduziert damit den Wert seiner Angebote auf null. Schon wurde Marcus Berg nach Athen verschenkt. Hauptsache, weg. Alles muss raus!

Gerade hat eine Baumarktkette Insolvenz angemeldet, die gerne „20 Prozent auf alles“ versprach. Aber das hat ja mit dem HSV nichts zu tun. Hoffentlich.