Trainieren wie ein Profi: Kurz vor dem Kollaps

Hamburg. HSV-Reporter Florian Heil absolviert eine Woche lang das Trainingsprogramm der HSV-Fußballprofis. Das Protokoll des zweiten Tages:

Ein leichter Muskelkater machte sich am Morgen breit. Er sollte es in sich haben. Schon um 7.30 Uhr stand ein Morgenlauf auf dem Programm. Trotz der frühen Stunde ging es mir danach ganz gut, frisch machte ich mich auf zum ersten Kraftzirkel bei meinem Physiotherapeuten. Zunächst standen 15 Minuten Aufwärmen mit Übungen zur Stabilisation der „Körpermitte“ auf dem Programm. Da habe ich offensichtlich Nachholbedarf – eher instabil, das Ganze. Danach zeigte sich erstmals, was es heißt, Profisportler zu sein: Die HSV-Spieler absolvierten das Zirkeltraining mit 28 Übungen an sieben Stationen in 40 Minuten. Auch ich war nach 40 Minuten durch – doch hatte ich wegen meines langsamen Tempos nur den ersten von zwei Durchgängen geschafft. Um auf das gleiche Programm wie die Profis zu kommen, quälte mich mein Coach Sebastian Möller-Riepe fast anderthalb Stunden lang. HSV-Konditionstrainer Nikola Vidovic, der Sauhund, hatte ihn gebeten, keine Abstriche zu machen, nur weil ich nicht ganz so in Form sei. Zum Ende der letzten Übung gelangten mir noch vier Liegestütze. Danach sackten die Arme weg.

Fußball musste ich am Abend dennoch spielen, ausnahmsweise bei Eintracht Norderstedt II, da mein eigentliches Team aus Niendorf trainingsfrei hatte. Eineinhalb Stunden in ständiger Bewegung, gekrönt von acht Steigerungsläufen zwischen Mittellinie und Strafraum. Der neunte hätte auch dank der Hitze einen Kollaps hervorgerufen. Die anschließende Vollmassage war bitter nötig. Und schmerzhaft.

Das HSV-Programm am Montag (3. Tag):

7.30 Uhr, erste Einheit: 30 Minuten Morgenlauf.

8.30 Uhr: Frühstück.

10.30 Uhr, zweite Einheit: 20 Minuten Stabilisationstraining.

10.50 Uhr: 15 Minuten Handballspiel, Tore nur per Kopf.

11.10 Uhr: 10 Minuten Koordinationsübungen.

11.20 Uhr: 10 Minuten Passübungen.

11.30 Uhr: 15 Minuten Abschlussspiel Fünf gegen fünf mit drei neutralen Spielern auf kleinem Feld.

12.30 Uhr: Mittagessen.

Am Nachmittag: Freizeit.

18 Uhr, dritte Einheit: Testspiel gegen eine Zillertalauswahl.

20 Uhr: Auslaufen.

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