Bundesliga-Uhr des HSV hat den Geist aufgegeben - was nun?

Hamburg. Seit 49 Jahren und 82 Tagen spielt der HSV Stand heute in der Bundesliga - so lange wie kein anderer Fußballklub. Auf dieser Einzigartigkeit bauen die Hamburger seit Längerem ihr Image auf. So wurde im Jahr 2003 Dino Hermann als Maskottchen ins Leben gerufen, um den HSV als "Bundesliga-Dinosaurier" ins rechte Bild zu rücken. Und schon seit 2001 zeigt eine Uhr in der Nordwest-Ecke der Imtech-Arena sekundengenau die Dauer der Bundesligazugehörigkeit an.

Doch diese Uhr hat jetzt ihren Geist aufgegeben. Schon beim Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (21. Oktober) blieb die Zeitanzeige erstmals dunkel. Nun stellte sich heraus, dass die Uhr irreparabel ist. "Es handelt sich um eine Einzelanfertigung, deshalb gibt es keine Ersatzteile", erklärt Arena-Chef Kurt Krägel. Insofern steht der HSV vor der Entscheidung, entweder eine neue, digitalisierte Bundesliga-Uhr einzubauen oder die Anzeige ganz aus dem Stadion verschwinden zu lassen und sie stattdessen im Museum auszustellen.

Ganz billig wäre eine Neuanfertigung nicht: Zwischen 50 000 und 100 000 Euro würde der finanziell klamme HSV wohl aufbringen müssen. Ein Verzicht auf die Anzeige könnte zudem Platz für einige neue Stehplätze bringen. Auch die Fans sind offenbar gespalten: Für die einen gehört die Uhr wie die Raute zum HSV und symbolisiert als Markenzeichen des Vereins einen Teil der großen Geschichte des Klubs. Für die anderen glorifiziert sie die Vergangenheit zu sehr.

So schreibt ein User im Supporters-Forum, dass man eher einer anderen Zeitrechnung gedenken sollte - nämlich der Tatsache, dass der HSV seit über 25 Jahren keinen Titel gewonnen hat. Zudem werde die Uhr in den Medien oft nur thematisiert, wenn der HSV in akuter Abstiegsgefahr steckt.

Der Vorstand des HSV möchte vor der Entscheidung ein Meinungsbild seiner Fans einholen und bittet auf der Homepage des Vereins zur Abstimmung. Auch in der Umfrage unter abendblatt.de/hsv-uhr können Sie Ihre Meinung kundtun.

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