HSV: KOMPANYS VISIONEN

"Ich werde hier noch alle überraschen"

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Marcus Scholz

Der Belgier trotzt Angeboten der Topklubs – und sieht seine Leistungen bislang erst als „25 Prozent meines Potenzials“.

Hamburg. Eigentlich reagiert er immer gelassen, hat trotz seiner erst 21 Jahre Lebenserfahrung schon viele spektakuläre Erfahrungen sammeln können wie er selbst sagt. Dennoch zeigte sich Vincent Kompany gestern irritiert. Ob dem HSV nach Rafael van der Vaart mit ihm der zweite Führungsspieler verloren gehen könnte? Laut "Sport Bild" hatte kein geringerer als Champions- League-Sieger AC Mailand Interesse an dem Belgier signalisiert und selbiges geweckt. "Nein, ein Wechsel ist in meiner aktuellen Phase kein Thema für mich", dementiert Kompany.

Vielmehr hat er große Ziele beim HSV: "Ich bin bei der richtigen Mannschaft zum richtigen Zeitpunkt." Und mit 21 Jahren noch jung. "Ich hatte selbst eine andere Karriereplanung, die durch lange Verletzungen durchkreuzt wurde. Und bislang habe ich beim HSV gerade erst 25 Prozent dessen gezeigt, was ich kann. Deshalb verstehe ich auch überhaupt nicht, dass die Leute mit meiner Hinrunde zufrieden waren. Ich kann und werde noch viel, viel mehr zeigen. Ich kenne meine Qualität und freue mich, dass ich in der kommenden Zeit noch alle überraschen kann. "

Bis 2012 läuft Kompanys Vertrag noch. Zudem ist "Belgiens Fußballer des Jahres 2007" es gewohnt, von großen Vereinen umworben zu sein. Mit 18 Jahren schlug der Defensiv-Allrounder ein lukratives Angebot des FC Chelsea aus, zudem hatten weitere Topklubs Europas angefragt. Kompany aber wollte zuerst sein Abitur machen. "Ich bereue nichts. Im Gegenteil: Ich habe alles richtig gemacht, in den letzten Jahren sehr viel gelernt. Auch, wie ein Profi zu antworten. Und hätte ich Mailand ausgeschlossen, denken die Leute doch, ich sei ein falscher Typ. Ich rede lieber nicht so viel auch, um mich später nicht ärgern zu müssen, etwas Falsches gesagt zu haben." Worte, die stark an Rafael van der Vaart erinnern, als der seinen Weggang zu einem europäischen Topklub nicht ausschließen wollte.

Dennoch, zuvor soll es auch für Kompany mit dem HSV um Titel gehen. "Das ist mein großer Traum. In den nächsten Jahren will ich mit Hamburg was gewinnen. Und dann gibt es nur noch einen Schritt, um sich weiter zu entwickeln: Zu einem Top-Ten- Klub zu wechseln." Oder eben, sich selbst mit dem HSV in Europas Elite zu etablieren.

Nach dem feststehenden Abgang von Huub Stevens ab Sommer jedoch mit einem neuen Trainer. Für Kompany längst kein Grund, den Verein verlassen zu wollen. Vielmehr spricht er von "familiärer Stimmung" und einem "Wachstumsprozess im Klub, der auf Erfolge hoffen lässt". Wie der neue Trainer sein sollte? "Da gibt es viele Antworten. Bei Stevens herrscht auf jeden Fall Ordnung, Disziplin und noch etwas mehr Disziplin. Und es funktioniert. Vielleicht sollte der Neue genau das mitbringen." Ansonsten lässt er sich gern überraschen. Allerdings anders als bei der gestrigen Meldung seines angeblich bevorstehenden Wechsels.

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