Matz ab

Pressels Traum wird wahr

Links wie rechts. In der vergangenen Saison traf ich HSV-Boss Bernd Hoffmann bei einem Regionalligaspiel in Norderstedt: HSV gegen Plauen. Damals lobte der HSV-Boss den linken Verteidiger Gerrit Pressel: "Das ist das nächste Talent, das den Sprung zu den Profis schaffen wird." Es hat über ein Jahr gedauert, aber nun wird es (wohl) wahr. Kurios ist nur, dass Pressel, der als möglicher Ersatz für Linksverteidiger Dennis Aogo gehandelt wird, in der Regionalliga gar kein Linksverteidiger mehr ist. Im Mai hat er letztmals hinten links gespielt, derzeit läuft er meistens rechts (!) und in offensiver Position auf, wobei häufig mal die Seiten getauscht werden. Der "Linksfuß" spielt etwa so wie Sidney Sam (nun Leverkusen). Und er gilt bei der Truppe von Rodolfo Cardoso als exzellenter Freistoßschütze. Das dürfte aber in Gladbach (noch) nicht gefragt sein.

Mitgefühl mit Gelb-Schwarz. Kleines Treffen mit Lotto King Karl, Zeit für eine Tasse Kaffee. Der HSV-Arena-Sprecher war im Nu auf 180, kam ohne Umweg auf das Europa-League-Spiel Sevilla gegen Dortmund zu sprechen: "Das ist doch peinlich und auch unwürdig, wie die Spanier die letzten 20 Minuten auf dem Platz verbracht haben", polterte der Kultsänger los. "Eine Frechheit, wie die auf Zeit gespielt haben. Die Spieler lagen wie im Beach-Club am Boden - mir taten die Dortmunder leid."

Auf meinen Einwand, dass Dortmund nun deutscher Meister werde, weil die Doppelbelastung wegfällt, vertrat Lotto eine Gegenmeinung: "Das habe ich auch im ersten Moment gedacht, aber das ist wohl doch nicht so. Ich bin überzeugt davon, dass Dortmund noch in eine Krise gerät. Der Titelkampf ist noch nicht entschieden."

Macht der Gewohnheit. Jeden Tag ist Marinus Bester an diesem riesigen Foto, das an der Wand in der Imtech-Arena hängt, vorbeigegangen, er hat die Besonderheit des Bildes nicht entdeckt. Es zeigt jubelnde HSV-Fans, die ihre Schals in die Luft halten. Mitten in diesem Foto hält ein Anhänger einen ganz besonderen Schal in die Luft: "Danke Marinus!" HSV-Teammanager Bester darauf hingewiesen: "Nein, das ist ja sensationell. Das ist eine Rarität. Davon gab es doch nur 200 Stück." Und eines wurde davon so verewigt. Grund: Bester hatte einst am 29. April 2001 als Einwechselspieler für einen 2:1-Sieg über Hansa Rostock gesorgt, was damals den Klassenerhalt des HSV sicherstellte.

Die HSV-Kolumne "Matz ab" finden Sie täglich im Internet unter www.abendblatt.de/matz-ab