Mathijsens Kniefall war von langer Hand geplant

Der zweite Saisontreffer des Niederländers im dritten Spiel überraschte alle außer Veh

Hamburg. So richtig lachen konnte Joris Mathijsen erst am Tag nach der Tat. Der Niederländer hatte zwar nichts verbrochen, hatte gegen Nürnberg sogar gut gespielt und das einzige Hamburger Tor erzielt, aber seine Laune war nach dem bitteren 1:1 am späten Sonnabend trotzdem auf dem Nullpunkt. "Nach so einem Spiel freue ich mich nicht mal mehr über meinen Treffer", hatte Mathijsen auf dem Weg in die Kabine gesagt und dabei ein bitteres Gesicht gezogen.

Erst mit einigen Stunden Abstand entspannten sich Mathijsens Gesichtszüge. Nachdem er am frühen Sonntag den Frust über das Remis im Volkspark wegradelte, unterhielt sich der Verteidiger im Anschluss ausgiebig mit den Fans - und lächelte sogar erstmals wieder. "Beim Tor habe ich nur reagiert. Ich war einfach da und habe ihn mit dem Knie reingemacht", ließ Mathijsen sein zweites Tor in Folge genüsslich Revue passieren.

Bedenkt man, dass der 30 Jahre alte Defensivspezialist vor dieser Saison in vier Jahren beim HSV nur vier Tore erzielen konnte, war Mathijsens zweiter Saisontreffer durchaus überraschend - für alle außer Trainer Veh: "Ich habe vor der Saison gesagt, dass Joris in der Torjägerliste weit oben landen wird." Schließlich hatte sich Veh fest vorgenommen, in diesem Jahr für mehr Tore nach Standards zu sorgen, ließ Freistöße und Ecken trainieren. Mit Erfolg. Gegen Nürnberg fiel bereits das dritte Tor nach einer Ecke Zé Robertos, zwei davon machte Mathijsen. Bleibt die Erfolgsquote ähnlich hoch, dürfte Mathijsen bald wieder mehr zu lachen haben als nach dem Nürnberg-Spiel am Wochenende.