BVB-Chef Watzke kritisiert Hamburgs Kühne-Modell

Hamburg. Noch bevor sie erste Worte der Versöhnung sprechen konnten, ging Klaus-Michael Kühne den ersten Schritt auf die HSV-Verantwortlichen zu, indem der Investor des Projektes Anstoß³ die zuletzt von ihm im Abendblatt kritisierten Transfers Heiko Westermanns und Dennis Diekmeiers auch offiziell absegnete. Somit ist der Milliardär neben Dennis Aogo, Marcell Jansen und Paolo Guerrero inzwischen an fünf Spielern zu je einem Drittel beteiligt. Hinzukommen sollen noch die Beteiligungen an Gojko Kacar und möglicherweise auch an Lennard Sowah.

Ein weiteres Thema beim morgigen Treffen der Vorstände und Aufsichtsräte wird Kühnes öffentliche Kritik sein, die jetzt auch bundesweit für Aufsehen sorgt. "Was mich erschreckt, ist das, was in Hamburg passiert", sagte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dem "Kicker". Vermutlich werde es auch HSV-Vorstandsboss Bernd Hoffmann "massiv stören, dass ein Investor die handelnden Personen kritisiert, Spieler diskreditiert und den Sportdirektor mit Nichtachtung straft". Das sei "für die Außendarstellung der Liga extrem schädlich", sagte Watzke und stößt in Hamburg auf taube Ohren.

"Herr Watzke sagt auch viel, wenn der Tag lang ist", konterte Chefkontrolleur Horst Becker. "Wir wollen das Thema nicht hochspielen. Wir werden mit Herrn Kühne sprechen und eine einvernehmliche Sprachregelung finden", sagte Becker, wohlwissend, dass ein Beigeschmack bleibt. "Der Eindruck mag entstanden sein, aber es gibt beim HSV keine Einflussnahme von Herrn Kühne."