Matz ab – die HSV-Kolumne

"K-Arena" und Hausaufgaben

Wäre morgen das Endspiel-Duell in der Europa League, fände es in der "K-Arena" statt. Das "K" der "Nordbank" ist der letzte verbliebene Buchstabe auf dem Dach, vielleicht ist das Stadion schon am Sonnabend beim Spiel gegen Mainz "oben ohne". Der Namensgeber bekommt für seine zwei Partien ohne Namenszug in luftiger Höhe übrigens keinerlei Abschlag (obwohl er es wirtschaftlich gut gebrauchen könnte): Die HSV-Macher haben bedacht, dass es eine verfrühte Demontage geben könnte - und sie sofort in die Verträge integriert. Clever vorgebeugt.

Den meist viel zu jungen Feriengästen beim Training ist er kein Begriff, darum konnte Ex-Profi Otto Addo in Ruhe die Einheit neben dem Stadion verfolgen. Den ehemaligen Mittelfeldspieler, der momentan als Co-Trainer die A-Junioren der "Rothosen" betreut, stört das nicht. Er konzentriert sich auf seine Fortbildung. Während Sergej Barbarez stets zwischen Hamburg und Bosnien pendelt, um seine Trainerlizenz zu erwerben, büffelt Addo demnächst für den Trainer-A-Schein. "Und dann möchte ich so schnell wie möglich den Fußball-Lehrer-Lehrgang absolvieren", sagt er.

Plötzlich wurde es laut: Jerome Boateng grätschte einen Ball von der Linie - oder war er schon drüber? Technik-Trainer Ricardo Moniz gab "Aus", Boateng ging verbal dagegen vor. Ein Wortwechsel folgte, Mitspieler schalteten sich ein. Dann ging es weiter. In der Schlussrunde, als der Trainer sein Team um sich versammelte, sprachen David Jarolim und Joris Mathijsen diesen Vorfall noch einmal an. Und auch Bruno Labbadia äußerte sich dazu. Dennis Aogo bemerkte: "Ich finde solche Diskussionen gut. Sie zeigen, dass wir keine Zweckgemeinschaft sind, sie sind ein Plädoyer für die Mannschaft. Emotionen gehören dazu." Aogo geht übrigens davon aus, "dass uns die Fans gegen Mainz wieder super unterstützen".

Ist nach zwei Siegen der Druck von Bruno Labbadia abgefallen? "Für mich ist es kein Druck, wenn man in und um die Europa League spielt", sagte er. "Druck hat, wer gegen den Abstieg kämpft." Zum Spiel gegen Mainz befand Labbadia: "Uns steht ein interessanter Spieltag bevor, mit Stuttgart gegen Leverkusen, und Wolfsburg gegen Werder, deswegen ist es besonders wichtig, dass wir unsere Hausaufgaben gegen Mainz erledigen."