Bundesliga

Bayern holt den 30. Meistertitel – Lewandowski weltklasse

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Robert Lewandowski hat Bayern München zum 30. Meistertitel geschossen. Teamkollegen Jerome Boateng jubelt.

Robert Lewandowski hat Bayern München zum 30. Meistertitel geschossen. Teamkollegen Jerome Boateng jubelt.

Foto: Martin Meissner / AP-Pool/dpa

Den Bayern gelingt der achte Titelgewinn nacheinander. Den Sieg in Bremen müssen die Münchner aber ins Ziel retten.

Hamburg. Hansi Flick hat sein erstes Meisterstück mit dem FC Bayern perfekt gemacht –wenn auch etwas glanzlos. Im Dauerregen von Bremen feierten die Münchner am Dienstagabend ihren 30. Titelgewinn. Der Titelverteidiger gewann am 31. Bundesliga-Spieltag beim stark abstiegsbedrohten SV Werder Bremen mit 1:0 (1:0) und holte damit vorzeitig seine achte Meisterschaft in Serie.

Torjäger Robert Lewandowski mit einem Weltklasse-Tor kurz vor der Pause machte den 21. Münchner Pflichtspielsieg nacheinander gegen den einstigen Titelrivalen von der Weser fix.

Bayern München gewinnt Meistertitel – und rettet sich ins Ziel

In der Schlussphase mussten die Bayern die knappe Führung nach einer Gelb-Roten Karte für Youngster Alphonso Davies (79. Minute) wegen wiederholten Foulspiels in Unterzahl ins Ziel bringen. Manuel Neuer verhinderte kurz vor Schluss den Ausgleich mit einer Parade nach einem Kopfball von Osako. Jubeln mussten die Münchner Geister-Meister nach dem Abpfiff im leeren Stadion.

In Corona-Zeiten konnte lediglich eine abgespeckte Titelsause starten. Die Bayern blieben über Nacht in Bremen. Erst am Mittwoch ist die Rückkehr nach München geplant. Im Hotel Atlantic wollten die rot-weißen Trophäensammler aber zumindest intern ein wenig feiern.

Häufigste deutsche Meister seit 1903:

  • FC Bayern München: 30
  • 1. FC Nürnberg: 9
  • Borussia Dortmund: 8
  • FC Schalke 04: 7
  • Hamburger SV: 6
  • Borussia Mönchengladbach: 5
  • VfB Stuttgart: 5
  • Werder Bremen: 4
  • 1. FC Kaiserslautern: 4

Doch zuvor hatten die Bayern auf dem nassen Rasen ein hartes Stück Arbeit zu verrichten. Flick hatte wie erwartet die gegen Gladbach noch gelbgesperrten Thomas Müller und Lewandowski zurück in die Startformation beordert. Doch trotz der geballten Offensiv-Power taten sich die Bayern lange Zeit sehr schwer.

Werder Bremen hielt leidenschaftlich dagegen

Zwar hatten die Gäste deutlich mehr Ballbesitz, die abstiegsbedrohten Bremer hielten aber leidenschaftlich dagegen und hatten zunächst sogar die besseren Chancen. In der neunten Minute traf Theodor Gebre Selassie nach schöner Vorarbeit von Leonardo Bittencourt das Außennetz. Rund zehn Minuten später strich ein Schuss von Maximilian Eggestein ganz knapp am Münchner Tor vorbei.

Deutsche Meister in der Bundesliga (seit 1964):

  • FC Bayern München: 29
  • Borussia Dortmund: 5
  • Borussia Mönchengladbach: 5
  • Werder Bremen: 4
  • Hamburger SV: 3
  • VfB Stuttgart: 3
  • 1. FC Köln: 2
  • 1. FC Kaiserslautern: 2
  • 1. FC Nürnberg: 1
  • Eintracht Braunschweig: 1
  • TSV 1860 München: 1
  • VfL Wolfsburg: 1

Das Spiel der Bayern war im Dauerregen behäbig. Flick musste seine Spieler von der Seitenlinie immer wieder antreiben. Vom hochgelobten Tempo- und Kombinationsspiel des deutschen Fußball-Dominators war vor der Pause wenig zu sehen. Lediglich Kingsley Coman, für den leicht angeschlagenen Ivan Perisic in der Startelf, wurde zunächst zwei Mal gefährlich.

Robert Lewandowski mit Weltklassetor

Kurz vor der Pause lag der Titelverteidiger dann doch vorne. Nach feinem Zuspiel des starken Jérôme Boateng sorgte Lewandowski auf technisch perfekte Art und Weise mit seinem 31. Saisontreffer für die Halbzeitführung. Es war das 46. Pflichtspieltor des Polen in dieser Saison.

Glück hatten die Gäste, dass sie nach 45 Minuten noch komplett waren. Davies hätte wegen Nachtretens gegen Bittencourt Rot sehen müssen. Schiedsrichter Harm Osmers gab aber nur Gelb, der Videoschiedsrichter griff zum Ärger der Bremer nicht ein. Später flog Davies dann nach einem weiteren Foulspiel doch noch vom Platz.

Häufigste DDR-Meister (1950-1991):

  • BFC Dynamo: 10
  • Dynamo Dresden: 8
  • Vorwärts Berlin: 6

Nach dem Seitenwechsel drängten die Bayern auf eine schnelle Entscheidung. Die Gäste schnürten die Hausherren in der eigenen Hälfte ein. Beim vermeintlichen 2:0 durch Lewandowski stand Vorlagengeber Müller klar im Abseits (55.). Fünf Minuten später setzte der Pole einen Kopfball freistehend am Bremer Tor vorbei.

Bremen hielt weiterhin mit totaler Hingabe dagegen und konnte sich Mitte der zweiten Halbzeit sogar wieder etwas befreien. So mussten die Bayern bis zum Schluss bangen, ehe sie das nächste Meisterstück und den ersten Flick-Titel doch vorzeitig perfekt gemacht hatten.

( dpa )