Bundesliga

Schalke ringt Hoffenheim nieder, maue Bayern siegen

Schalkes Franco Di Santo feiert mit der Schalke-Fahne den Sieg gegen Hoffenheim

Schalkes Franco Di Santo feiert mit der Schalke-Fahne den Sieg gegen Hoffenheim

Foto: LEON KUEGELER / REUTERS

Am 23. Spieltag schwinden Kölns Hoffnungen auf den Klassenerhalt weiter. Freiburg stoppt Bremens Aufwärtstrend.

Hamburg.  Spitzenreiter und Rekordmeister FC Bayern München hat beim VfL Wolfsburg den zehnten Ligasieg nacheinander gefeiert. Seit zehn Partien ohne Sieg ist dagegen der HSV. Tabellenletzter bleibt der 1. FC Köln. Luft zu den Abstiegsplätzen verschaffte sich dagegen der SC Freiburg.

Schalke 04 – 1899 Hoffenheim 2:1

Schalke 04 hat in der Bundesliga in die Erfolgsspur zurückgefunden und seinen Anspruch auf die internationalen Plätze untermauert. Nach zwei Niederlagen in Folge siegte der DFB-Pokal-Halbfinalist im Verfolgerduell gegen 1899 Hoffenheim 2:1 (2:0) und ist mit 37 Zählern Fünfter hinter dem punktgleichen Reviernachbarn Borussia Dortmund.

Thilo Kehrer (11.) brachte die Schalker mit seinem ersten Saisontor in Führung, Breel Embolo (28.) erhöhte nach einem desaströsen Fehlpass von Hoffenheims Kevin Vogt. Andrej Kramaric (78.) gelang nur noch der Anschlusstreffer.

VfL Wolfsburg – Bayern München 1:2

Der kriselnde VfL Wolfsburg hat die große Überraschung gegen Rekordmeister Bayern München verpasst und steckt weiter tief im Abstiegssumpf fest. Im Heimspiel verloren die Wölfe trotz 1:0-Führung noch mit 1:2 (1:0) gegen die Münchner. Durch die Niederlage steht der angezählte VfL-Trainer Martin Schmidt bei nur drei Siegen aus 19 Partien und gerät immer stärker in akute Existenzgefahr.

Daniel Didavi (8.) hatte die Gastgeber im ersten Durchgang zum Erstaunen vieler in Führung gebracht, Nationalstürmer Sandro Wagner (64.) und Robert Lewandowski (90., Foulelfmeter) drehten das Spiel zugunsten des Favoriten. Für den polnischen Stürmerstar Lewandowski war es das 20. Saisontor.

Zuvor hatte VfL-Keeper Koen Casteels (55.) einen Foulelfmeter von Arjen Robben pariert. Für Bayern war es der zehnte Liga-Sieg in Folge. Vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Königsklasse am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF und Sky) gegen Besiktas Istanbul können die Münchner, die in der Liga nahezu uneinholbar an der Tabellenspitze liegen, aufgrund der vor allem im ersten Durchgang mauen Leistung nicht zufrieden sein.

Wie es in Wolfsburg nun für Schmidt weitergeht, scheint offen. Bereits vor der Partie war Jens Keller als möglicher Nachfolger gehandelt worden. Sportdirektor Olaf Rebbe hatte Schmidt jedoch zunächst den Rücken gestärkt.

SC Freiburg – Werder Bremen 1:0

Der Aufwärtstrend von Werder Bremen ist schon wieder gestoppt. Nach zwei Siegen in Folge unterlagen die Norddeutschen 0:1 (0:1) beim SC Freiburg. Damit ist Werder (23 Zähler) punktgleich mit dem Drittletzten FSV Mainz 05. Die Freiburger holten dagegen „Big Points“ im Abstiegskampf – der SC hat fünf Punkte Vorsprung auf Werder.

Der Ex-Bremer Nils Petersen traf per Foulelfmeter (24.) für die Freiburger, die seit sechs Partien zu Hause ungeschlagen sind und sich hartnäckig gegen die drohende 100. Heimpleite ihrer Erstliga-Historie wehren. Freiburgs Janik Haberer (88.) vergab mit einem verschossenen Foulelfmeter die Chance auf einen klareren Erfolg.

Die Bremer verpassten den 250. Auswärtssieg ihrer Bundesliga-Geschichte. Dennoch bleibt es dabei, dass Bremen am liebsten gegen den SC (knapp zwei Punkte im Schnitt pro Partie) spielt. Auch im DFB-Pokal vor zwei Monaten hatte Werder die Nase vorn (3:2).

Hamburger SV – Bayer Leverkusen 1:2

Der erste Abstieg des HSV aus der Bundesliga zeichnet sich immer mehr ab. Am 23. Spieltag kassierte das nun zehn Partien sieglose Team von Trainer Bernd Hollerbach gegen Bayer Leverkusen eine 1:2 (0:1)-Niederlage und hat als Vorletzter schon sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Die spielerische Leistung der Hanseaten war über weite Strecken nicht bundesligareif. Bayer dagegen rückte zumindest vorläufig auf Rang zwei vor.

Vor dem Führungstor der Gäste leistete sich Verteidiger Douglas Santos einen Blackout und verlor im Strafraum den Ball an Bayers Shootingstar Leon Bailey, der HSV-Keeper Christian Mathenia gekonnt aussteigen ließ und zur Führung einschoss (40.). Kurz nach dem Wechsel erhöhte Kai Havertz auf 2:0 für Leverkusen (50.). Der Anschlusstreffer von Andre Hahn (71.) brachte den Hausherren zwar wieder Hoffnung auf wenigstens einen Punkt, die allerdings unerfüllt blieb.

1. FC Köln – Hannover 96 1:1

Hannover 96 hat dem 1. FC Köln die Jubiläumsparty verdorben und die Geißböcke noch näher an den Abgrund zur 2. Liga gedrängt. Der dreimalige deutsche Meister musste sich vier Tage nach seinem 70. Geburtstag mit einem 1:1 (1:1) gegen die Niedersachsen begnügen und liegt mit nur 14 Punkten weiter abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. In der vierten Minuten der Nachspielzeit wurde das vermeintliche 2:1 der Kölner durch Claudio Pizarro nach Videobeweis zu Recht zurückgenommen.

Der Rückstand auf Relegationsplatz 16 ist auf neun Punkte angewachsen, die Hoffnung auf ein Fußball-Wunder unter dem neuen FC-Trainer Erich Ruthenbeck hat sich nach dem vierten Spiel in Folge ohne Sieg praktisch zerschlagen. Hannover blieb zum dritten Mal in Serie ungeschlagen und behält die internationalen Plätze im Blick.

96-Torjäger Niclas Füllkrug (37.) sicherte den Gästen mit seinem zehnten Saisontreffer den hochverdienten Punkt. Sieben Minuten zuvor hatte Yuya Osako den FC in Führung gebracht und die Kölner Fans wieder hoffen lassen.

Hertha BSC – Mainz 05 0:2

Dank eines Doppelpacks von Stürmer Robin Quaison hat der abstiegsbedrohte FSV Mainz 05 seine schwarze Auswärtsserie beendet und seinem angeschlagenen Trainer Sandro Schwarz den Rücken gestärkt. Bei Hertha BSC siegten die starken Rheinhessen am Freitagabend verdient mit 2:0 (1:0). Zum ersten Mal seit 17 Partien konnte der FSV wieder in der Fremde gewinnen.

Der Schwede Quaison (40./65.) schoss die Gäste mit seinen Toren quasi im Alleingang zum so wichtigen Erfolg im Berliner Olympiastadion. Mit 23 Punkten liegt Mainz zwar weiter auf dem Relegationsplatz, hat aber den unmittelbaren Anschluss an die Nichtabstiegsränge wiederhergestellt.

Coach Schwarz, der zuletzt öffentlich angezählt worden war, hat vor den wichtigen nächsten Aufgaben nun wieder die Argumente auf seiner Seite.