Fußball-Ticker

Vor Abstiegsduell beim HSV: Köln holt seinen Wunschspieler

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Max Kruse gründet Rennteam

Der frühere Nationalspieler Max Kruse (29) steigt in den Automobilrennsport ein. Der Profi des Bundesligisten Werder Bremen gründete zu Beginn des Jahres ein Rennteam mit dem Namen Max Kruse Racing, das er ab sofort federführend betreibt. Der Duisburger Tourenwagenpilot Benjamin Leuchter (30) wird für das Team die Rennserie ADAC TCR Germany bestreiten.

Köln holt „Wunschspieler“ Koziello

Der abstiegsbedrohte Bundesligist 1. FC Köln hat den französischen zentralen Mittelfeldspieler Vincent Koziello verpflichtet. Der 22-Jährige wechselt vom Lucien-Favre-Club OGC Nizza zu den Rheinländern und bekommt nach Vereinsangaben vom Montag einen Vertrag bis 2022. Als Ablösesumme sind rund 3,5 Millionen Euro im Gespräch. Koziello war schon am Sonntag Augenzeuge beim Kölner 2:1-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach.

„Vincent war von Anfang an mein Wunschspieler. Er ist im Mittelfeld vielseitig einsetzbar und erweitert unsere Möglichkeiten“, kommentierte FC-Geschäftsführer Armin Veh.

Koziello ist in der Winter-Transferperiode der zweite Zugang des Tabellenletzten nach Simon Terodde. Der zweimalige Zweitliga-Torschützenkönig war am 20. Dezember vom Ligakonkurrenten VfB Stuttgart verpflichtet worden und hat einen Kontrakt mit dem FC bis 30. Juni 2021. Der 29-Jährige hatte gegen Mönchengladbach in letzter Sekunde das 2:1-Siegtor geköpft. Am Sonnabend (18.30 Uhr/Sky, Liveticker auf Abendblatt.de) treten die Kölner zum Abstiegsduell beim Tabellenvorletzten HSV an.

Hessen Kassel bereit für Neuanfang

Regionalligist KSV Hessen Kassel hat seinen Insolvenzplan in trockenen Tüchern. Das Amtsgericht Kassel stimmte dem Plan am Dienstag zu, wie der Club mitteilte. Damit sei der Verein nur sieben Monate nach der Insolvenzeröffnung schuldenfrei und bereit für einen Neuanfang. Die Gläubiger verzichteten auf den Großteil ihrer Ansprüche. Bei der außerordentliche Mitgliederversammlung am 2. Februar soll nun formal das Weiterbestehen des Clubs beschlossen werden.

Durch Einnahmen aus dem Spielbetrieb, Gelder auf dem Treuhandkonto von Vorstand Jens Rose und aktuelle Sponsorenverträge sei die für den Spielbetrieb bis Ende der Saison benötigte Summe zu 85 Prozent aufgebracht. Bei einem Verbleib in der Regionalliga soll der weitere Etat festgelegt werden. Im vergangenen Sommer war bekannt geworden, dass die Nordhessen mit rund 2,5 Millionen Euro verschuldet sind.

Nach Rassismus-Eklat: Balogun fordert Konsequenzen

Der Mainzer Profi Leon Balogun hat nach den rassistischen Pöbeleien beim Bundesliga-Spiel in Hannover Konsequenzen gefordert. „Diese Personen müssen Stadionverbot erhalten, und zwar schleunigst“, sagte der Deutschnigerianer am Dienstag. Er sei erschrocken, dass so ein Verhalten 2018 in der Bundesliga existiert. „Hier kämpfen doch jeden Tag Spieler unterschiedlicher Herkunft, Hautfarben und Religionen gemeinsam für ihre Fans.“

Als erschreckend empfand es Balogun, dass unter den von ihm ausgemachten vier bis sieben Pöblern auch ein etwa Zwölfjähriger gewesen sei. „Was sind das für Vorbilder um ihn herum?“, fragte Balogun. Da andere 96-Fans in der Nordkurve nicht eingegriffen hatten, regte der Fußballer eine anonyme Meldestelle an, um rassistische Auswüchse aufklären zu können.

Dem 29-Jährigen, der zwischen 2008 und 2010 bei 96 unter Vertrag stand, bestätigte nach seinen Angaben ein Ordner, dass die Personen im Verein bekannt seien. „Ich habe keine Lust, dass man hier in ein paar Jahren Verhältnisse wie in Italien oder England hat, dass das Standard wird und mit irgendwelchen Geldstrafen abgetan wird“, sagte der Abwehrspieler. Deshalb habe er sich gemeinsam mit seinem Teamkollegen Anthony Ujah dazu entschlossen, die Geschehnisse öffentlich zu machen.

Während der Partie des FSV Mainz 05 am Sonnabend waren Balogun und Ujah beim Warmlaufen in der zweiten Halbzeit von einer kleinen Gruppe 96-Fans mit Affenlauten rassistisch beleidigt worden. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes hat inzwischen ein Ermittlungsverfahren gegen Hannover 96 eingeleitet. Die Niedersachsen hatten sich bereits am Sonntag für den Vorfall entschuldigt.

Befristete Verträge bleiben zulässig

Aufatmen im deutschen Fußball – ein zweites Bosman-Urteil ist vom Tisch. Befristete Verträge für Profifußballer sind weiterhin zulässig. Das entschied der Bundesarbeitsgerichtshof (BAG) in Erfurt im Fall des früheren Torhüters Heinz Müller (39) gegen den FSV Mainz 05 und ersparte dem Transferwesen im deutschen Fußball sowie wohl auch in anderen Sportarten ein heftiges Beben.

Der siebte Senat des BAG war der Meinung, dass die besondere Arbeitsleistung eines Profifußballers eine Befristung von Arbeitsverträgen rechtfertige. „Von ihm werden Höchstleistungen erwartet, die er aber nur in einer begrenzten Zeit erbringen kann. Daraus ergibt sich ein berechtigtes Interesse der Vereine für ein befristetes Arbeitsverhältnis“, sagte die Vorsitzende Edith Gräfl.

In Mainz wurde die Entscheidung mit Freude aufgenommen. „Das Urteil besitzt für Mainz 05 und den gesamten Fußball grundlegende Bedeutung“, sagte Sportvorstand Rouven Schröder. Die Clubarbeit bestehe zu einem großen Teil daraus, dass junge Nachwuchsspieler aufgebaut und in den Profikader integriert werden. „Rentenverträge älterer Spieler würden dieses Prinzip unmöglich beziehungsweise nicht finanzierbar machen“, so Schröder.

Hätte das höchste deutsche Arbeitsgericht zugunsten Müllers entschieden, hätte dem Fußball ein zweites Bosman-Urteil gedroht. Die Clubs müssten ihre Spieler weit über die Zeit anstellen, in denen sie eingesetzt werden können. Auch von Rentenverträgen war bereits die Rede.

Rauball fordert klare Kante gegen Russland

Ligapräsident Reinhard Rauball hat vor der WM in Russland eine klare Haltung des deutschen Fußballs in Menschrechtsfragen angemahnt. „Neben der sportliche Seite gibt es auch die sportpolitische Seite. Wir haben im Zusammenhang 2018 Probleme mit Blick auf die Menschenrechte und die Pressefreiheit, und wir haben das schwere Thema Doping“, sagte Rauball am Dienstag beim Neujahrsempfang der Deutschen Fußball-Liga in Frankfurt.

Die deutsche Delegation müsse sich im Sommer nach Kräften für Presse- und Meinungsfreiheit in Russland einsetzen, forderte Rauball. „Es ist ein ganz dickes Brett. Der Fußball hat eine große gesamtgesellschaftliche Bedeutung. Es wird schwer werden, aber wir werden es versuchen“, versprach der DFB-Vizepräsident.

Rauball berichtete von den Problemen, bei russischen Funktionären die Menschenrechtsthematik anzusprechen. Der mittlerweile wegen seiner Verwicklung in den Dopingskandal von Olympia ausgeschlossene und von seinem WM-Posten zurückgetretenen Spitzenpolitiker Witali Mutko habe ihn beim jüngsten Zusammentreffen einfach wortlos stehen lassen, erzählte Rauball.

DFB-Pokal: Bayern nicht live im Free-TV

Die DFB-Pokal-Spiele Bayer Leverkusen – Werder Bremen und FC Schalke 04 – VfL Wolfsburg werden von der ARD übertragen. Der Deutsche Fußball-Bund gab am Dienstag auch die Termine des Viertelfinales bekannt. Am 6. Februar spielt neben Leverkusen gegen Bremen (Anpfiff 20.45 Uhr) auch der einzige verbliebene Drittligist SC Paderborn gegen Rekordsieger FC Bayern München (18.30 Uhr). Einen Tag später treffen Schalke und Wolfsburg (20.45 Uhr) sowie Vorjahresfinalist Eintracht Frankfurt und der FSV Mainz 05 (18.30 Uhr) aufeinander.

Der Bezahlsender Sky zeigt alle Spiele live. Die Halbfinalpartien werden am 17. und 18. April ausgetragen, das Endspiel im Berliner Olympiastadion am 19. Mai.

Fast 50 Entscheidungen nach Videobeweis korrigiert

Mithilfe des Videobeweises wurden in der italienischen Serie A sowie im italienischen Pokal seit Saisonbeginn 49 Fehlentscheidungen der Schiedsrichter verhindert. Dabei haben sieben abgewendete Fehler durch die Empfehlung des Videoassistenten das Spielergebnis beeinflusst. In der Bundesliga waren durch das Videokontrollzentrum in Köln in der Hinrunde 37 Fehler vereitelt worden.

Insgesamt wurden in Italien in 210 Partien 1078 strittige Situationen überprüft, berichtete der Schiedsrichterchef der Serie A, Nicola Rizzoli, laut Medienangaben. In Deutschland waren im Vergleich in 153 Spielen 1041 Situationen unter die Lupe genommen worden.