Werder Bremen

Baumann entdeckt im Fall Vestergaard seinen Kampfgeist

Frank Baumann am Freitag bei seiner offiziellen Vorstellung als neuer Geschäftsführer von Werder Bremen

Frank Baumann am Freitag bei seiner offiziellen Vorstellung als neuer Geschäftsführer von Werder Bremen

Foto: Imago/Nordphoto

Bei seiner Vorstellung als neuer Geschäftsführer ging Frank Baumann gleich mehrere heiße Eisen an, darunter die Trainerfrage.

Bremen. Werder Bremens neuer Sportchef Frank Baumann hat Trainer Viktor Skripnik wie erwartet im Amt bestätigt. Er sei nach Gesprächen zu der Erkenntnis gekommen, "dass Viktor der bestmögliche Trainer für Werder Bremen ist", sagte Baumann bei seiner Vorstellung am Freitag. Gespräche über eine Verlängerung des bis 2017 laufenden Vertrags mit dem Ukrainer sollen in Kürze aufgenommen werden.

Der 40 Jahre alte frühere Werder-Profi Baumann ist Nachfolger von Thomas Eichin, von dem sich der Klub nach Differenzen über die sportliche Zukunftsausrichtung in der vergangenen Woche getrennt hatte.

Eichin galt als Kritiker Skripniks und wollte nach einer stark durchwachsenen Spielzeit mit langer Abstiegsgefahr offenbar einen neuen Trainer installieren. Aufsichtsratschef Marco Bode soll sich jedoch für eine Fortsetzung der Arbeit mit dem ukrainischen Coach starkgemacht haben.

Baumann will um Vestergaard kämpfen

Auch erste Entscheidungen in der Kaderzusammenstellung verkündete Baumann. Um Abwehrchef Jannik Vestergaard wolle er trotz dessen Wechselwunsch zu Borussia Mönchengladbach kämpfen, sagte der frühere Nationalspieler. Gleiches gilt für das umworbene Nachwuchstalent Johannes Eggestein sowie Abwehrmann Santiago Garcia. Der Däne Vestergaard sei "sportlich und charakterlich ein sehr wichtiger Baustein", sagte Baumann: "Aktuell gehe ich davon aus, dass Jannik in der nächsten Saison für Werder spielt."

Allerdings steht der 23-Jährige unmittelbar vor einem Wechsel. "Eine Einigung zwischen ihm und Borussia Mönchengladbach ist da“, bestätigte Baumann, der aber noch vor den Ablöse-Verhandlungen mit den Borussen selbst noch einmal mit dem Spieler sprechen will. "Ich suche noch einmal das Gespräch mit ihm, es wird noch ein Treffen geben. Aber ich bin nicht sicher, ob ich ihn noch einmal umstimmen kann“, sagte Baumann. Die vorherigen Gespräche waren noch unter dem früheren Gladbach-Profi Eichin geführt worden. Laut Medienberichten will Werder mindestens zehn Millionen Euro für Vestergaard erlösen. Die Norddeutschen hatten Anfang vergangenen Jahres 2,5 Millionen Euro für den Skandinavier an 1899 Hoffenheim gezahlt.

Zuvor hatte auch Mönchengladbach die Übereinkunft mit dem Innenverteidiger publik gemacht. "Wir haben mit ihm eine Einigung erzielt, aber er hat noch zwei Jahre Vertrag", wurde Sportdirektor Max Eberl am Freitag auf der Borussia Homepage zitiert: "Das respektieren wir, und darüber muss erst einmal in den nächsten Tagen gesprochen werden." Eberl war bereits zu Gesprächen in Bremen, an dem Tag wurde jedoch Eichin entlassen. Die Verhandlungen wurden daher "erst einmal verschoben", so Eberl: "Dafür haben wir Verständnis."

Werder lässt Füllkrug und Kroos ziehen

Bei Stürmer Niclas Füllkrug vom 1. FC Nürnberg werde Werder laut Baumann die Rückkaufoption im Sommer nicht ziehen. "Wir sind im Sturm personell sehr gut besetzt“, nannte Baumann als Grund. Außerdem wird der bislang an Union Berlin ausgeliehene Mittelfeldspieler Felix Kroos aller Voraussicht nach dauerhaft bei den Köpenickern bleiben. "Auch auf seiner Position haben wir ein Überangebot. Es wird darauf hinauslaufen, dass er fest wechseln wird“, sagte Baumann. Darüber hinaus habe der zuletzt nicht berücksichtigte Abwehrmann Mateo Pavlovic keine Perspektive an der Weser.