EM -Splitter

Lahm will "Grill anschmeißen und Bierchen trinken"

Bayern Münchens Philipp Lahm, seine Frau Claudia Lahm und Sohn Julian

Bayern Münchens Philipp Lahm, seine Frau Claudia Lahm und Sohn Julian

Foto: Lukas Barth / dpa

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Lahm will "Grill anschmeißen und Bierchen trinken"

Hamburg/Ascona. Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm freut sich auf sein erstes Nationalmannschafts-Turnier seit 14 Jahren als Fan. "Ich habe so lange frei, ich kann einen Mix aus allem machen: bisschen Tegernsee, bisschen wegfliegen. Und EM schauen natürlich", sagte der nach dem WM-Titel 2014 zurückgetretene Lahm: "Ich bin Fan, ich genieße es, mal wieder eine EM aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Ich freue mich auf die Zeit: Grill anschmeißen, ein Bierchen trinken und der Nationalmannschaft die Daumen drücken."

Im Interview auf der Homepage seines Klubs Bayern München lobte der 32-Jährige Ex-Trainer Pep Guardiola: "Er hat uns taktisch auf ein anderes Niveau gehoben", erklärte der Bayern-Kapitän, freute sich aber gleichzeitig auf Nachfolger Carlo Ancelotti: "Ich lasse mich überraschen. Er ist ein erfahrener Trainer, ein internationaler Toptrainer, der die Champions League schon häufiger gewonnen hat. Ich freue mich einfach. Ich hatte schon viele internationale Toptrainer, jetzt kommt wieder einer dazu. Das ist was Schönes. Für mich zum Ende meiner Karriere hin nochmal ein absolutes Highlight."

Tschechien mit Familienanhang

Tschechiens Fußballer erleben erstmals die Vorbereitung auf ein großes Turnier in Begleitung ihrer Familien. Seit Mittwoch ist das tschechische Team um die Altstars Tomáš Rosický (35) und Peter Čech (34) im EM-Trainingslager in Walchsee in Österreich, diesmal zumeist auch in Begleitung der Ehefrauen und Kinder. „Es ist wirklich angenehm, dass wir nach einer langen Saison bestimmte Zeit mit unseren Familien verbringen können, vor allem dann mit meinem Sohn“, sagte Mittelfeldspieler Bořek Dočkal von Sparta Prag. Am Freitag testet Tschechien in Kufstein gegen Malta (18.00 Uhr) für die EM. In Frankreich spielen die Tschechen in der Gruppe D gegen Spanien, die Türkei und Kroatien.

Boateng traut England nichts zu

Jérôme Boateng sieht die deutsche Fußball-Nationalelf bei der EM in Frankreich klar auf Halbfinal-Kurs. "Spanien, Frankreich und Belgien sind für mich die Kandidaten fürs Halbfinale - neben unserer Mannschaft natürlich", sagte Boateng im Interview mit DB MOBIL. Und obwohl bei den Buchmachern auch das englische Team zum engsten Favoritenkreis zählt, zweifelt der Verteidiger an den Erfolgsaussichten der "Three Lions". "England hat uns zwar in Berlin 3:2 bezwungen, aber ich weiß nicht, ob es in Sachen Qualität und Konstanz bereits für ein ganzes Turnier reicht."

Sollte es Bastian Schweinsteiger wegen seiner langwierigen Verletzung nicht in die 23-köpfige EM-Auswahl schaffen, wäre das Amt des Mannschaftskapitäns vakant. Boateng traut sich diese Rolle selbstbewusst zu. "Das wäre eine große Ehre für mich", versicherte der 27-Jährige. "Ich denke, dass ich die Aufgabe eines Kapitäns erfüllen könnte, auch was die Verantwortung betrifft. Ich bin als Persönlichkeit gereift, habe zu allen Spielern im Kader ein gutes Verhältnis, spreche viel mit den jungen Spielern und helfe ihnen, wenn sie Rat suchen."

Khedira steigt ins Mannschaftstraining ein

Sami Khedira ist am Donnerstag wie von Bundestrainer Joachim Löw erhofft ins Mannschaftstraining der Fußball-Nationalmannschaft im EM-Vorbereitungslager in Ascona eingestiegen. Der Mittelfeldspieler von Juventus Turin hatte sich Anfang Mai eine Wadenzerrung zugezogen und beim Auftakt am Mittwoch noch individuell trainiert.

Am Donnerstagmorgen standen insgesamt 20 der 27 Profis aus dem vorläufigen Kader - 17 Feldspieler und drei Torhüter - auf dem Trainingsplatz. Toni Kroos und Lukas Podolski sind wegen Endspielen mit ihren Klubs noch nicht angereist, Mats Hummels (kleiner Muskelfaserriss in der Wade) trainierte ebenso im Hotel wie der zuletzt stark beanspruchte Thomas Müller und Kapitän Bastian Schweinsteiger, der sich zwar grundsätzlich fit meldete, aber bisher nur individuell trainieren kann.

In einem Zelt neben dem Trainingsplatz stiegen der angeschlagene Marco Reus (Adduktoren) und der ebenfalls stark belastete Mesut Özil aufs Fahrrad. Verfolgt wurde die Einheit am Donnerstag von DFB-Sportdirektor Hansi Flick. Am Abend (17.30 Uhr) tritt das DFB-Team unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegen die eigene U20 an.

Löw muss weiter improvisieren

Mit weiterer Gruppen-Arbeit und neuen Diskussionen um die sportliche Zukunft von Fußball-Weltmeister Mario Götze geht die deutsche Nationalmannschaft in den zweiten Tag der EM-Vorbereitung in der Schweiz. 17 Tage vor dem ersten Turnierspiel am 12. Juni in Lille gegen die Ukraine muss Bundestrainer Joachim Löw in Ascona weiter improvisieren. Für die geplante geheime Testpartie am Donnerstag gegen die U-20-Junioren des DFB steht dem Weltmeistercoach nur ein Teil seines noch erweiterten EM-Kaders zur Verfügung. „Ich muss bis nächste Woche von Tag zu Tag schauen. Wie verkraften die Spieler das Training? Wann können verletzte Spieler wieder einsteigen?“, sagte Löw.

Die neuen Verletzungen von Abwehrchef Mats Hummels und Offensivspieler Marco Reus, die Rehabilitation von Bastian Schweinsteiger sowie die Verfassung weiterer hoch belasteter Spieler wie Mesut Özil oder Thomas Müller werden Löws EM-Vorbereitung am Lago Maggiore noch längere Zeit beeinflussen. In vier Gruppen lässt der Bundestrainer zunächst mit unterschiedlichen Belastungen trainieren. „Ich hoffe, dass ich nächste Woche mal alle zur Verfügung habe, um die Mannschaftstaktik einzustudieren“, bemerkte Löw unerfreut.

Zumindest bei Abwehrmann Hummels, der wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade auf unbestimmte Zeit mit dem Training aussetzen muss, und bei Schweinsteiger geht es um etwas ganz anderes: Werden die beiden Weltmeister pünktlich zum Turnierstart in Frankreich dem Team helfen können? Reus soll früher wieder voll belastet werden können. Als ein Lichtblick soll Sami Khedira nach längerer Pause wegen einer Wadenblessur wieder ins Teamtraining einsteigen.

Schweinsteiger: "Es sieht gut aus"

Mario Götze bekommt von Löw nach einem Rippenbruch „noch ein bisschen Vorsicht in den Zweikämpfen“ verordnet. Die überraschenden Aussagen von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge im „Kicker“ heizen die Debatten um die Vereinszukunft des 23-jährigen Münchners neu an. „Er weiß Bescheid, wie der Club denkt, und er weiß, wie der künftige Trainer denkt“, äußerte Rummenigge. Die Botschaft lautet: Bayern will Götze im Sommer abgeben. Bundestrainer Löw hatte die Entscheidung des Ex-Dortmunders für ein viertes Jahr beim FC Bayern dagegen positiv bewertet. „Ich halte es für absolut okay“, sagte er in Ascona.

Für Oliver Bierhoff ist es schon jetzt eine „besondere Vorbereitung“ im Tessin. „Nicht alle 25 Spieler, die hier sind, sind zu hundert Prozent fit. Wir werden viel individuell gestalten müssen“, erklärte der Teammanager. Zumindest die Bedingungen sind optimal im Schweizer Kurort, mit kurzen Wegen und zwei extra neu angelegten Fußballplätzen. „Die Logistik ist unglaublich vorteilhaft“, sagte Bierhoff. Der DFB lässt sich das Trainingslager nach Angaben von Präsident Reinhard Grindel insgesamt 500.000 Euro kosten.