Frauen-WM

"Ich hätte nie geglaubt, dass wir 10:0 gewinnen"

Richtet den Blick bereits auf die kommenden WM-Aufgaben: Bundestrainerin Silvia Neid

Richtet den Blick bereits auf die kommenden WM-Aufgaben: Bundestrainerin Silvia Neid

Foto: dpa

Silvia Neid spricht nach dem Auftaktspektakel gegen die Elfenbeinküste über den nächsten Gegner Norwegen und das deutsche Lazarett.

Ottawa. Die DFB-Frauen starten mit einem 10:0 gegen Außenseiter Elfenbeinküste in die WM in Kanada. Der Kantersieg wird Selbstvertrauen und Sicherheit für die Aufgaben gegen Norwegen und Thailand geben. Nach dem Spiel stellte sich Bundestrainerin Silvia Neid den Fragen der Journalisten.

Frage: 10:0 zum WM-Start. Sie müssten zufrieden sein...

Silvia Neid: Sehr zufrieden! Wir haben zehn Tore geschossen und drei Punkte geholt. Es war ein perfekter Start, da gibt es nichts zu meckern.

Hatten Sie die Elfenbeinküste nicht stärker erwartet?

Neid: Ja, wir haben sie nach den Videos, die wir hatten, viel besser eingestuft. Aber das hängt auch damit zusammen, dass wir sehr konzentriert ins Spiel gegangen sind. Wir waren von Anfang an aggressiv in den Zweikämpfen. Und dann haben wir schon in der 3. Minute das 1:0 gemacht. Damit haben wir ihnen den Schneid abgekauft und sie schließlich müde und mürbe gespielt. Sie hatten dann auch nicht mehr viel Lust. Ich hätte nie geglaubt, dass wir 10:0 gewinnen.

Ist Ihnen mal in den Sinn gekommen, man könne noch den 11:0-Rekordsieg gegen Argentinien von der WM 2007 in China erreichen?

Neid: Nein, daran habe ich während des Spiels nicht gedacht. Aber es stimmt, wir haben ja mal 11:0 gewonnen.

Gegen Norwegen am Donnerstag wird es wohl schwieriger. Was erwarten Sie für ein Spiel?

Neid: Die Elfenbeinküste hat sehr weit vorne gespielt und uns dadurch Räume gegeben, in die wir reinspielen konnten. Das wird gegen Norwegen anders. Sie sind taktisch flexibel, mit allen Wassern gewaschen und haben viele Facetten. Da brauchen wir wieder Zweikampfstärke und Spielfreude. Das wird ein enges Match.

Die Ivorerinnen sind zuweilen hart eingestiegen. Gibt es viele Verletzte?

Neid: Nein, es gibt viele blaue Flecke und Risswunden, aber nur eine Schwerverletzte. Melanie Leupolz hat ein Knie in den Unterleib bekommen. Das Schambein ist betroffen und dadurch hat an der Leiste ein Muskel zugemacht. Wir müssen schauen, dass wir sie wieder fit bekommen. Da muss man früher eine Gelbe Karte zeigen oder auch einmal eine Rote.

Statistik

Deutschland: Angerer/Portland Thorns FC (36 Jahre/140 Länderspiele) - Maier/Bayern München (22/26), Krahn/Paris Saint-Germain (29/118), Bartusiak/1. FFC Frankfurt (32/81), Kemme/1. FFC Turbine Potsdam (23/14) - Goeßling/VfL Wolfsburg (29/73), Leupolz/Bayern München (21/29) ab 17. Behringer/Bayern München (29/105) - Laudehr/1. FFC Frankfurt (28/89) ab 73. Petermann/SC Freiburg (21/3), Mittag/FC Rosengard (30/121), Popp/VfL Wolfsburg (24/55) - Sasic/1. FFC Frankfurt (26/105) ab 46. Däbritz/SC Freiburg (20/49). Trainerin: Neid

Elfenbeinküste: Thiamale - Kacou, Aguie, Coulibaly, Kpaho (38. Tchetche) - Akaffou, Guehai - Nahi, Essoh (51. Nrehy), Elloh (72. Nguessan) - Diakite. - Trainerin: Toure

Schiedsrichterin: Carol Anne Chenard (Kanada)

Tore: 1:0 Sasic (3.), 2:0 Sasic (14.), 3:0 Mittag (29.), 4:0 Sasic (31.), 5:0 Mittag (35.), 6:0 Mittag (64.), 7:0 Laudehr (71.), 8:0 Däbritz (75.), 9:0 Behringer (79.), 10:0 Popp (85.)

Zuschauer: 20.953

Beste Spielerinnen: Mittag, Sasic - Thiamale

Gelbe Karten: - Akaffou, Thiamale, Aguie, Elloh, Coulibaly

(dpa/HA)