Bundesliga-Kolumne

Wolfsburgs Dost trifft und trifft – Notbremsen sorgen für Diskussion

Gezielt: Der VfL Wolfsburg steuert dank seines Serien-Torschützen Bas Dost nach einem Arbeitssieg im Jubiläumsspiel fast schon uneinholbar Richtung Champions League. Während alle direkten Konkurrenten im Kampf um die Königsklasse am 22. Spieltag patzten, besiegten die Wölfe im 600. Bundesligaspiel ihrer Clubgeschichte Hertha BSC mit 2:1 (1:1). Auf Torjäger Dost war dabei wieder einmal Verlass: Der Niederländer erzielte erneut einen Doppelpack (10. und 74. Minute) und schraubte damit seine Torquote auf elf Treffer in sechs Pflichtspielen der Rückrunde. „Das war ein wichtiger Schritt. Wir haben nicht clever gespielt, aber in der zweiten Halbzeit weiter Druck gemacht“, sagte VfL-Manager Klaus Allofs. Die Berliner, für die Stürmer Julian Schieber den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich (30.) markiert hatte, rutschen dagegen auch unter dem neuen Trainer Pal Dardai immer tiefer in die Krise. Durch die fünfte Niederlage aus den vergangenen sechs Partien sind die Abstiegssorgen beim Tabellenvorletzten größer denn je.

Gepatzt: Zumindest Raphael Wolf nahm seinen groben Fehler mit Humor. „Der Schuss war unhaltbar. Das war doch kein Torwartfehler“, scherzte der Torhüter von Werder Bremen über seinen Schnitzer beim 0:1 in der 61. Minute, als er einen 18-Meter-Schuss von Max Meyer unter dem Körper hatte durchflutschen lassen. Weil er danach noch einige gute Paraden zeigte und Teamkollege Sebastian Prödl mit dem Last-minute-Ausgleich zum 1:1-Endstand beim FC Schalke 04 noch einen Punkt rettete, nahm Wolf seinen Fauxpas nicht so tragisch: „Es war ein blödes Tor, natürlich war das mein Fehler. Zum Glück konnte ich meiner Mannschaft nochmal helfen. Das war das Mindeste nach diesem Scheißtor.“ Nach fünf Siegen hintereinander konnte das beste Rückrundenteam mit dem Unentschieden auf Schalke gut leben.

Bestraft: Robin Dutt und Florian Hartherz hätten den Regelhütern des Weltfußballs bei deren Sitzung im Culloden Hotel von Craigavad am kommenden Sonnabend sicherlich einiges zu sagen. Der Sportdirektor des VfB Stuttgart und der Verteidiger des SC Paderborn fühlten sich als jüngste Leidtragende der viel diskutierten Dreifachbestrafung. In Stuttgart wunderte man sich über die Milde für Dortmunds Nuri Sahin nach einer Notbremse gegen Georg Niedermeier. In Paderborn musste man mit dem Platzverweis für Hartherz nach einer Notbremse gegen Münchens Arjen Robben die Härte des Gesetzes spüren. Zwei vergleichbare Situationen mit unterschiedlicher Auslegung durch die Schiedsrichter Deniz Aytekin und Bastian Dankert an einem Bundesliga-Wochenende haben die Debatte um die Dreifachbestrafung neu entfacht. „Wir lieben diese Dreifachbestrafung alle nicht. Ich hoffe, dass das, auch im Sinne der Spieler, abgeschafft wird“, sagte Ex-Fifa-Referee und Sky-Experte Markus Merk.

Verärgert: Christian Streich war hin- und hergerissen. Auf der einen Seite war da der Stolz über einen couragierten Auftritt seines SC Freiburg im badischen Derby gegen 1899 Hoffenheim. Die Breisgauer hatten dem Nachbarn einen erbitterten Fight geliefert, der am Sonnabend beim 1:1 mit einem verdienten Punkt belohnt wurde. Doch auf der anderen Seite ärgerte sich Freiburgs Trainer über Schiedsrichter Peter Gagelmann. „Das kann nicht sein“, sagte Streich zu der Roten Karte gegen seinen Abwehrchef Marc Torrejón in der Nachspielzeit. Was den Coach wütend machte, war das unterschiedliche Maß, mit dem Gagelmann seiner Meinung nach entschieden hatte. „Da fehlt die Verhältnismäßigkeit“, prangerte Streich an, „das ist nicht in Ordnung.“ Kurz vor der Pause hatte der verwarnte Hoffenheimer Pirmin Schwegler nach einem taktischen Foul nicht die Gelb-Rote Karte gesehen.

Gefeiert: Arjen Robben ist der überragende Bundesligaspieler in dieser Saison. Der Star des FC Bayern erzielte beim 6:0 in Paderborn wiederum einen Doppelpack (63., Foulelfmeter/86.) und führt die Torjägerliste (16 Treffer) allein an. Und er schaffte etwas, was höchst ungewöhnlich ist: Der Niederländer traf nunmehr gegen alle 17 aktuellen Ligakonkurrenten! Dabei unterstützt ihn die Mannschaft nach Kräften, Torschützenkönig zu werden. Denn den Strafstoß in Paderborn sollte eigentlich Weltmeister Thomas Müller schießen, doch der verzichtete großzügig. „Das war ein Geschenk von Thomas“, sagte Robben schmunzelnd.