Fußball aus aller Welt

Ronaldo-Party nach Derbypleite, Özil trifft zum dritten Mal in Folge

Geburtstagskind: Cristiano Ronaldo sang leicht angeschlagen mit Zylinder auf dem Kopf in ein Glitzermikro, der eigentlich verletzte James Rodriguez strahlte in eine Handykamera: Statt Frust nach dem peinlichen „Desaster“ gegen Stadtrivale Atlético zu schieben, feierte das Starensemble von Real Madrid lieber den 30. Geburtstag des Weltfußballers. Der Champions-League-Sieger hat sein „Partygate“! „Das war die schlechteste Leistung von uns, seitdem ich hier Trainer bin“, sagte Erfolgscoach Carlo Ancelotti – und meinte damit nicht die Party im edlen Restaurant IN Zalacaín, die mit der gesamten Mannschaft und 150 geladenen Gästen bis in die frühen Morgenstunden ging. Das 0:4 zuvor im Vicente-Calderon-Stadion war die höchste Saisonpleite der Königlichen. Ein „Desaster“, sagte Stürmer Karim Benzema. Die Weltmeister Toni Kroos und Sami Khedira standen in der Startelf. Die Fans tobten.

Geknickt: Trotz des dritten Tores im dritten Spiel in Folge konnte Mesut Özil dem FC Arsenal nicht zum Sieg verhelfen. Mit einem schönen Treffer brachte der Weltmeister die Gunners im Derby gegen die Tottenham Hotspur in Führung, doch Harry Kane brachte das Team von Trainer Arsene Wenger um den Sieg. Mit einem Doppelpack setzte der junge Nachwuchsstürmer in Reihen Tottenhams seinen Lauf fort, erzielte Saisontor 21 und 22 – und empfahl sich erneut für die Nationalmannschaft. Arsenal-Trainer Arsene Wenger flüchtete sich in Galgenhumor und sprach sich für eine Nominierung Kanes aus, bevor „ihm jemand anders einen Pass gibt“. Im zweiten Derby des Spieltags trennten sich der Liverpool und Everton torlos. Meister Manchester City kam gegen den Außenseiter Hull City nicht über ein 1:1 heraus.

Gefahrlos: Nachdem der Ex-Bayer Mario Gomez in seinen letzten drei Spielen fünfmal erfolgreich war, konnte der Angreifer im Spiel des AC Florenz gegen Atlanta Bergamo sein Torkonto anrechnen lassen. Lediglich ein Abseitstor erzielte Gomez. Erfolgreicher waren seine Teamkollegen: In der 89. Minute schoss Manuel Pasqual das entscheidende 3:2-Siegtor für die Florentina. Meister Juventus Turin setzte sich gegen AC Mailand mit 3:1 durch.

Geehrt: Der Siegtreffer von Mario Götze im WM-Finale von Rio de Janeiro ist das Tor des Jahres 2014. Bei der Wahl der ARD-„Sportschau“ erhielt der entscheidende Schuss des Bayern-München-Profis zum 1:0-Sieg gegen Argentinien die mit Abstand meisten Stimmen. Götze hatte am 13. Juli in der 113. Minute getroffen und Deutschland zum Weltmeister gemacht. Sein brasilianischer Bayern-Kollege Dante überreichte dem 22-Jährigen die Plakette. Götzes Tor erhielt 47,7 Prozent der Stimmen, der Paderborner Moritz Stoppelkamp kam als Zweiter mit seinem Treffer aus 82,3 Metern im Spiel gegen Hannover 96 auf 18,8 Prozent. Dritter wurde der Schalker Klaas-Jan Huntelaar (6,1) mit seinem Tor beim 1:6 im Champions-League-Spiel gegen Real Madrid.

Gelungen: Mit einer bewegenden Geste zeigten die Profis von Union Berlin, dass es manchmal wichtigere Dinge als den Fußball gibt. Für ihren an Krebs erkrankten Mitspieler Benjamin Köhler versammelten sich die Eisernen in der siebten Minute der Partie gegen den VfL Bochum vor Köhlers Tribünenplatz, drehten sich in übergestreiften T-Shirts mit seiner Rückennummer 7 sowie der Aufschrift „Gemeinsam kämpfen“ zu ihrem Kollegen um und stärkten dem Allrounder mit einem „Eisern bleiben, Benny“-Banner den Rücken.

Gegenwind: Nach Nazi-Vergleichen seiner Fans droht dem FC Erzgebirge Aue eine empfindliche Strafe. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nahm bereits am Sonnabend Ermittlungen auf. Beim Sachsen-Duell am Freitagabend hatten Auer Fans ein Plakat hochgehalten, auf dem RedBull-Gründer Dietrich Mateschitz als Hitler dargestellt wurde. Mateschitz und seine Firma stehen hinter dem Projekt RB Leipzig, was bei Fans kritisch gesehen wird. Außerdem stand auf drei Plakaten verteilt: „Ein Österreicher ruft und Ihr folgt blind, wo das endet weiß jedes Kind. Ihr wärt gute Nazis gewesen.“ „Der DFB verurteilt diesen Vorfall“, sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch am Sonnabend. „Nazi-Vergleiche sind unter keinen Umständen zu tolerieren. Wir erwarten nun von Erzgebirge Aue, dass der Verein diese Vorgänge umgehend und lückenlos aufklärt und die Verantwortlichen ermittelt.“