Kritik von HSV und St. Pauli an Bremer Gesetzes-Offensive

Hamburg. Der Fußball soll sich an den Kosten für Polizeieinsätze bei Bundesligaspielen beteiligen. Diese Forderung ist nicht neu, aber jetzt macht Bremen als erstes Bundesland ernst. Für die Gesetzes-Offensive der Landesregierung hagelt es jedoch Kritik. „Die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit ist auch im Rahmen von Fußballspielen und selbst bei knappen öffentlichen Kassen Aufgabe des Staates“, sagte der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Stephan Mayer.

Auch HSV-Stadionchef Kurt Krägel hat wenig Verständnis für das Vorgehen des Bremer Senats. „Die Vereine zahlen bereits einiges an Steuern. Bei einem HSV-Heimspiel arbeiten rund 2000 Menschen, die alle ihre Abgaben leisten.“ Dass der HSV von der Drohung des DFB und der DFL profitieren könnte, künftig keine Länderspiele mehr im Weserstadion auszutragen, glaubt Krägel nicht. „In Hamburg fand erst im Mai das Länderspiel gegen Polen statt. Aufgrund der gängigen Rotation werden wir da erst mal nicht berücksichtigt.“

St.-Pauli-Geschäftsführer Michael Meeske ist ebenfalls skeptisch: „Grundsätzlich halte ich diesen Schritt für verfassungsrechtlich unhaltbar und inhaltlich zu kurz, da er nur auf einer Kostenbetrachtung beruht, nicht aber die – bei Weitem überwiegenden – wirtschaftlich positiven Effekte des Fußballs einbezieht.“