Uruguays Skandalprofi Suárez: Beistand von Fans und Maradona

Montevideo. Für Uruguays Skandalspieler Luis Suárez ist die Heimkehr nach seiner Verbannung von der Fußball-WM zu einem Triumphzug geraten. Hunderte Fans empfingen den wegen seiner Beißattacke gegen den Italiener Giorgio Chiellini für vier Monate gesperrten Torjäger bei der Ankunft auf dem Carrasco-Flughafen von Montevideo wie einen Weltmeister. Mit zahlreichen Plakaten mit Aufschriften wie „Luis, ganz Uruguay ist mit Dir“ versicherten die Fans ihrem gestürzten Liebling ihre ungebrochene Zuneigung.

Selbst Staatspräsident José Mujica war zur Begrüßung gekommen, verpasste die Ankunft von Suárez' verspätetem Privatjet letztlich aber wegen drängender Regierungsgeschäfte. Trotz des begeisternden Empfangs verließ der Stürmerstar des FC Liverpool den Flughafen rasch und reiste weiter nach Canelones zu seiner Mutter. Viel mehr Unterstützung als Mutterliebe und blinde Heldenverehrung seiner Landsleute bekam Suárez allerdings nicht – außer von Diego Maradona. Argentiniens einst als Dopingsünder entlarvte Ikone witterte hinter der Sperre eine Verschwörung des Weltverbandes Fifa: „Warum schickt man ihn nicht gleich nach Guantanamo? Das ist ein Mafia-Ding“, wetterte der Weltmeister von 1986 im venezolanischen Fernsehen.

Bissopfer Chiellini reichte Suárez unterdessen via Internet die Hand. „In mir gibt es keine Gefühle wie Freude, Rache oder Wut gegen Suárez wegen des Vorfalls“, twitterte der Abwehrspieler von Juventus Turin und fügte auf seiner Homepage hinzu: „Ich glaube, dass diese Strafe übertrieben ist. Im Moment gehen meine Gedanken zu Luis und seiner Familie, denn ihnen steht eine sehr schwere Zeit bevor.“

Tatsächlich lässt der Fifa-Bannstrahl den 27-Jährigen auch finanziell bluten. Schon am Freitag beendete ein Online-Glücksspielunternehmen seinen Werbevertrag mit dem Stürmer. Der Sportartikelhersteller Adidas kündigte nach dem sofortigen Stopp sämtlicher WM-Aktivitäten mit dem Südamerikaner für die Zeit nach der Endrunde eine Überprüfung der künftigen Pläne an. Die englische „Sun“ sagte Suárez einen Einbruch seines Marktwertes um 25 Millionen Euro voraus.