Prandelli, Queiroz, Zaccheroni und Suarez geben auf

Trainerkarussell dreht sich nach WM-Pleiten. Del Bosque wird wohl im Amt bleiben

Brasilia . Cesare Prandelli war der Erste. Der italienische Nationaltrainer hatte nach dem bitteren Vorrunden-Aus gerade seinen Rücktritt erklärt, da folgten schon die Nächsten. Alberto Zaccheroni gab als Japan-Coach auf, Luis Suarez beim Außenseiter Honduras. Und auch Irans Carlos Queiroz verabschiedete sich.

„Bei jeder WM verlieren 20 Trainer ihren Job“, sagte der Portugiese, der seinen Rückzug schon vor der entscheidenden 1:3-Niederlage gegen Bosnien-Herzegowina angekündigt hatte. Er hätte gern weitergemacht, sagte der 61-Jährige, habe aber kein neues Angebot bekommen, „man kann nicht heiraten, wenn es nur eine Seite will“.

Zum Vorrundenende waren schon fünf WM-Trainer arbeitslos. Denn auch der auslaufende Vertrag des Franzosen Sabri Lamouchi beim Team der Elfenbeinküste wird definitiv nicht verlängert. Der Sechste wird Bosniens Coach Safet Susic sein. Der 56-Jährige zierte sich nach dem ersten WM-Sieg des Debütanten zwar noch: „Das war mein letztes WM-Spiel, jetzt bin ich frei und kann selbst entscheiden.“ Der Verband berät aber angeblich bereits über seinen Nachfolger.

Auch für Reinaldo Rueda war die 50. Partie auf Ecuadors Bank wohl die letzte. „Mein Vertrag endet heute, wie wir es vor vier Jahren festgelegt haben, und jetzt liegt es in der Hand des Verbandes“, erklärte der 57 Jahre alte gebürtige Kolumbianer nach dem 0:0 gegen Frankreich.

Zaccheroni muss sich wohl um einen neuen Job keine Sorgen machen. In seiner Heimat Italien wird der 61-Jährige bereits als Prandellis Nachfolger gehandelt. Japan scheint auf der Suche nach einem neuen Coach schon fündig geworden zu sein. Mexikos Ex-Trainer Javier Aguirre soll ein Sechs-Millionen-Euro-Angebot bis 2018 erhalten haben.

Offen ist noch, was mit Vicente del Bosque und Roy Hodgson passiert. Nach dem Absturz mit Weltmeister Spanien hatte del Bosque seinen Rücktritt angeboten und vom „Ende einer Ära“ gesprochen. Spruchreif ist die Entscheidung aber noch nicht. Die Zeitung „AS“ vermeldete, del Bosque werde bleiben. Hodgson klammert sich trotz Englands schlechtester WM seit 1958 an seinen Stuhl: „Der Verband hat mich gebeten, weiterzumachen. Ich bin sehr froh, dass sie mich noch wollen, und ich bin keiner, der aufgibt und wegrennt“, sagte der 62-Jährige.

15 Verträge laufen nach der Weltmeisterschaft aus, ihren Abschied hatten schon vorher neben Hitzfeld und Queiroz der Oranje-Bondscoach Louis van Gaal und Griechenlands Fernando Santos erklärt.