Fußball aus aller Welt

Özil und die englischen Sitten – Nachhilfe von Per Mertesacker

Özils No-Go. Per Mertesacker war sauer. Nach der 3:6-Pleite bei Verfolger Manchester City am Sonnabend knöpfte sich der deutsche Kapitän des FC Arsenal seinen Landsmann Mesut Özil vor. Noch auf dem Rasen herrschte der Kapitän des Premier-League-Tabellenführers den Mittelfeldstar mit erhobenem Zeigefinger und erbostem Gesichtsausdruck an. Abwehrchef Mertesacker zitierte Özil nach dem Schlusspfiff in die Fankurve. Doch dieser weigerte sich, verschwand im Spielertunnel – im Mutterland des Fußballs ein absolutes No-Go. Erst einige Stunden später bat Özil die Anhänger für sein Fehlverhalten um Entschuldigung: „Sorry, ich war einfach sauer und enttäuscht über das Ergebnis. Nichtsdestotrotz hätte ich in die Kurve kommen und mich bedanken sollen“, schrieb Özil (oder ein Berater ?) bei Facebook. Für Arsenals Teammanager Arsène Wenger war der Zwist seiner Leistungsträger schnell vergessen. „Das sind die Deutschen, die werden das untereinander klären. Da mache ich mir überhaupt keine Sorgen“, sagte der Franzose.

Ramos’ Rekord. Neymar könne gut dribbeln, schieße aber keine Tore – diesen Vorwurf hat der brasilianische Jungstar des FC Barcelona ad absurdum geführt. Drei Tage nach seinen drei Treffern beim 6:1-Sieg über Celtic Glasgow in der Champions League schoss er den spanischen Fußballmeister mit zwei weiteren Treffern zu einem 2:1-Erfolg über den FC Villarreal. Barça baute damit an der Spitze der Primera División seinen Vorsprung vor Real Madrid (38) auf fünf Zähler aus. Die Madrilenen hatten zuvor bei CA Osasuna nur ein 2:2-Remis erreicht, Innenverteidiger Sergio Ramos flog dabei in der 44. Minute Gelb-Rot vom Platz. Fußballdirektor Miguel Pardeza meinte: „Der Platzverweis war nicht berechtigt.“ Mit nunmehr 18 Platzverweisen ist der Welt- und Europameister einsamer Rekordhalter in der Vereinsgeschichte Reals, vor Fernando Hierro mit 12.

Acerbis Dopingtest. Eine Hodenkrebs-Erkrankung hat beim italienischen Fußballprofi Francesco Acerbi von Serie-A-Klub Sassuolo Calcio womöglich zu einem positiven Dopingtest geführt. Beim 25 Jahre alten Verteidiger war nach dem Ligaspiel am 1. Dezember ein erhöhter Hormonwert hCG festgestellt worden. Medizinische Tests sollen nun zeigen, ob der Wert tatsächlich auf eine Hodenkrebs-Operation im Juli zurückzuführen ist. Wie der Club mitteilte, unterzieht sich Acerbi derzeit keiner Krebsbehandlung.

Hiddinks Comeback. Guus Hiddink soll niederländischen Medienberichten zufolge Nachfolger von Fußball-Nationaltrainer Louis van Gaal werden. Der 67-Jährige erhält nach Informationen der Tageszeitung „De Telegraaf“ einen Vierjahresvertrag und soll den ehemaligen Bayern-Trainer van Gaal nach der WM in Brasilien ablösen und das Oranje-Team bis zur Europameisterschaft 2016 in Frankreich führen. Danach soll er innerhalb des Fußballverbandes KNVB eine Führungsposition übernehmen. Hiddink war bereits von 1995 bis 1998 Bondscoach.

Blatters Beileid. Auf der Baustelle des WM-Stadions im brasilianischen Manaus sind zwei Arbeiter ums Leben gekommen. Der 22 Jahre alte Marcleudo de Melo Ferreira ist am Sonnabend bei einem Sturz vom 35 Meter hohen Stadiondach ums Leben gekommen. Auf der Baustelle der benachbarten Veranstaltungshalle starb wenige Stunden später der 49 Jahre alte José Antonio do Nascimento an einem Herzinfarkt. Mittlerweile ist die Zahl der Todesfälle bei WM-Bauprojekten auf sechs gestiegen. Die Arbeiten an der Arena da Amazônia wurden bis Montag eingestellt. Fifa-Präsident Joseph Blatter reagierte mit einer Twitter-Mitteilung auf die Nachricht vom Unfall des einen Bauarbeiters. „Es ist sehr traurig zu hören, dass ein junger Arbeiter heute am frühen Tag in der Arena da Amazônia gestorben ist.“ Zuvor hatten sein Verband und das Organisationskomitee der Familie, den Kollegen und Freunden ihre aufrichtige Anteilnahme zum Ausdruck gebracht. Nach Einschätzung der Industrie- und Baugewerkschaft im Bundesstaat Amazonas werden wegen des Zeitdrucks auf den Stadionbaustellen teilweise Sicherheitsvorkehrungen vernachlässigt. Gewerkschaftspräsident Cícero Custódio sagte: „Seit Langem warnen wir vor den schlechten Arbeitsbedingungen am Stadion und dem großen Risiko vor allem bei der Arbeit in der Nacht.“