Nachspiel

DFB-Pokal: Gut für den HSV, dass es keine Kleinen mehr gibt

Eine Glosse von Björn Jensen

Am Sonntag, wenn sich der Wirbel um Sturm „Xaver“ gelegt und der Weltverband Fifa seine Lostöpfe so oft umgerührt haben wird, bis auch Platinis Franzosen endlich neben Blatters Schweizern zu den gesetzten Teilnehmern der WM 2014 in Brasilien zählen, wartet auf Fußballfans, die Schwarz-Weiß-Blau die Daumen drücken, der wahre Hit des Wochenendes. Um 18 Uhr wird in der ARD-„Sportschau“ das Viertelfinale des DFB-Pokals ausgelost. Der HSV ist dabei, und da das ungefähr so häufig vorkommt wie eine totale Sonnenfinsternis, ist Zuschauen Pflicht.

Der Pokal, dieser verrückte Hund, bereichert uns ja vor jeder Saison von neuem mit angestaubten Weisheiten. Er hat seine eigenen Gesetze (das kennen russische Deutschland-Legionäre immerhin schon von ihrem Staatsoberhaupt), er ist der kürzeste Weg nach Europa (das hätte vielleicht mal jemand der Türkei stecken sollen, als die noch in die EU wollte), und dass es schon lange keine Kleinen mehr gibt, darauf hätte sich Rudi Völler nach seiner Island-Wutrede mal das Copyright sichern sollen.

In dieser Saison allerdings ist das mit den Kleinen wörtlich zu nehmen. Mit Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt, dem HSV, dem VfL Wolfsburg und der TSG Hoffenheim stehen sieben Bundesligaclubs im Viertelfinale, dazu der 1. FC Kaiserslautern, gefühlt mehr Erstligist als die beiden Letztgenannten zusammen. Diese Konstellation gab es 2006/07 zuletzt. Manche wollen daraus bereits die neue Regel ableiten, dass die Großen den Pokal wieder ernster nehmen. Man sollte das abwarten. Und vielleicht ist es ganz gut, dass die Kleinen nicht mehr mitmachen, dann kann der HSV wenigstens auf dem Sprung nach Europa nicht noch in Saarbrücken oder Sandhausen stolpern.