Fußball aus aller Welt

Wie in einem schlechten Film: Der Torwart traf aus 89,15 Metern

Vom Winde verweht. Der Torschütze wollte nicht ausgelassen jubeln. „Ein Torwart sieht bei diesem Gegentreffer nicht gut aus. Ich habe aus Respekt vor ihm nicht gefeiert“, sagte Asmir Begovic. Der Bosnier im Trikot von Stoke City konnte mit der Misere seines Gegenübers Artur Boruc vom FC Southampton sehr gut mitfühlen. Er steht schließlich selber zwischen den Pfosten. Am Sonnabend traf er mit kräftiger Windunterstützung bereits nach 13 Sekunden aus 89,15 Meter Entfernung ins gegnerische Tor. Sein Befreiungsschlag aus dem eigenen Strafraum setzte vor dem gegnerischen 16er einmal auf und segelte tückisch über Boruc hinweg ins Netz. Begovic ging damit in die Geschichte ein. Er ist erst der fünfte Keeper, dem in der Premier League ein Tor gelang. Zum Sieg reichte der Treffer für das Team von Robert Huth aber nicht, die Partie endete 1:1 (Rodriguez, 42.).

Ist das Leben nicht schön? Der FC Arsenal präsentierte sich vier Tage vor dem Rückspiel in der Champions League bei Borussia Dortmund wieder in Bestform. Der 13-malige englische Meister gewann mit Per Mertesacker und Mesut Özil das Spitzenspiel am 10. Spieltag der Premier League gegen den FC Liver-pool verdient mit 2:0. Begünstigt durch die überraschende 0:2-Niederlage des FC Chelsea bei Newcastle United konnten die Gunners damit die Tabellenführung auf fünf Zähler ausbauen. „Wir wussten, dass Chelsea verloren hat und dass wir eine gute Möglichkeit haben. Wir haben eine exzellente Phase“, sagte Mertesacker. Bei Chelsea stand André Schürrle nicht in der Startelf von Teammanager José Mourinho. „Ich habe elf Fehler gemacht. Ich hätte elf andere Spieler auswählen sollen und nicht diese“, klagte Mourinho hinterher.

Die üblichen Verdächtigen. Dank der Millionenstars Cristiano Ronaldo und Gareth Bale hat Real Madrid am Sonnabend das Derby bei Rayo Vallecano mit 3:2 gewonnen. Ronaldo (3./48.) erzielte dabei seine Saisontreffer 12 und 13, Bale bereitete zwei Tore vor, Karim Benzema (31.) sorgte für den dritten Treffer. Trainer Carlos Ancelotti, der Sami Khedira vor dem Champions-League-Spiel gegen Juventus Turin geschont hatte, war allerdings wütend auf sein Team. „Die zweite Halbzeit war eine Katastrophe“, schimpfte er. „Es darf nicht sein, dass wir nach einer 3:0-Führung noch in Bedrängnis geraten.“ Jonathan Viera (53., 56./beide Foulelfmeter) hatte die Partie noch einmal spannend gemacht.

Der Weg zum Glück. Bei Titelverteidiger FC Barcelona kann Trainer Gerardo Martino nach 100 Tagen im Amt eine makellose Bilanz vorweisen: Die Katalanen sind nach dem 1:0 am Freitag im Lokalderby gegen Espanyol in 17 Pflichtspielen noch ungeschlagen. Allerdings läuft Superstar Lionel Messi seiner Form hinterher und gerät immer mehr in den Schatten von Jungstar Neymar. Messi selbst räumte auf seiner Seite des Netzwerks Tencent Weibo ein: „Ich bin derzeit körperlich noch nicht hundertprozentig in Form. Aber im Laufe der kommenden Spiele werde ich meinen Rhythmus zurückgewinnen.“

Denn sie wissen nicht, was sie tun. Beim AC Mailand gerät Trainer Massimiliano Allegri nach der 0:2-Niederlage gegen den AC Florenz immer mehr unter Druck. Es war bereits die fünfte Saisonniederlage für das Team um den formschwachen Stürmerstar Mario Balotelli. Die Rossoneri haben nach elf Spieltagen nur zwölf Zähler auf dem Konto und sind seit 32 Jahren nicht so schlecht in eine Saison gestartet. „Das ist ein sehr schwerer Moment, der schlimmste in meinen dreieinhalb Jahren hier“, sagte Allegri später. Noch will der Verein an seinem Trainer festhalten, dies beschlossen Vizepräsident Adriano Galliani und Präsident Silvio Berlusconi bei einem Krisentreffen am Sonntag. Entscheidend werden die Duelle mit dem FC Barcelona in der Champions League am Mittwoch und vier Tage später mit Abstiegskandidat Chievo Verona. Angeblich stehen die ehemaligen Milan-Stars Clarence Seedorf und Pippo Inzaghi schon als Nachfolgekandidaten bereit.

Wem die Stunde schlägt. Für den früheren italienischen Nationalstürmer Fabrizio Ravanelli ist seine erste Trainerstation im Profifußball vorzeitig beendet. Der französische Erstligist AC Ajaccio trennte sich nach dem 1:3 gegen den FC Valenciennes vom früheren Torjäger von Juventus Turin. Der Club liegt mit sieben Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz der Ligue 1.