Nachspiel

Phantomtor: Das ist doch alles unerträglich

Eine Glosse von Andreas Hardt

Manchmal sind die Lösungen ganz einfach. Wie jetzt beim Phantom-Tor. Man muss nur drauf kommen.

Der DFB ist zur Zeit gefragt, und die Juristen tragen Bedenken: Tatsachenentscheidung, Angst vor der Fifa. Dagegen der Fair-Play-Gedanke. Und Menschenverstand – der Ball war schließlich nicht drin.

Das ist eine Tummelwiese für hochkarätige Rechtsexperten. Einer davon ist der frühere Verfassungsrichter Udo Steiner. Der ist Vorsitzender des Schiedsgerichts der Bundesligen und hat die Diskussion nun um einen wunderbaren Gesichtspunkt bereichert: der Unerträglichkeit.

Von Tatsachenentscheidungen könne abgewichen werden, wenn das Fair Play eine Korrektur der Entscheidung dringend gebiete, eben weil sie „unerträglich“ sei. So heißt es in einem Buch des ehemaligen DFB-Chefanklägers Horst Hilpert. Da sei die Tür, durch die der DFB nun gehen könnte. Entsprechend der „zweiten Radbruchschen Formel“, auf die sich Steiner und Hilpert berufen.

Der Gedanke ist einfach wunderbar. Diverse Unerträglichkeiten sind noch zu korrigieren: Schalke ist Meister 2001. Deutschland Weltmeister 1966. Bayern gewinnt die Champions League 1999, aber Götze geht zu Dortmund zurück. Der FC St. Pauli ist erstklassig, Lothar Matthäus trainiert im Dschungelcamp, und Wolf-Dieter Poschmann darf nie mehr ein Fußballspiel kommentieren.

So wäre konsequenterweise auch der unerträgliche Bundesliga-Aufstieg des Hopp-Clubs Hoffenheim nie geschehen. Und damit natürlich auch kein „Phantom-Tor“.

Alle Probleme sind gelöst.