Bundesliga-Kolumne

Kein Sieg für SC Freiburg, aber 600. für Schalke 04

Schade. Wiedernichts. Der SC Freiburg trennte sich am Sonntag im Duell der Europa-League-Starter 1:1 von Eintracht Frankfurt und wartet damit weiter auf den ersten Ligasieg seit dem 11. Mai. Der erst in der 73. Minute eingewechselte Nicolas Höfler (85.) rettete Freiburg das verdiente Remis. Die Breisgauer bleiben mit vier Punkten 17. vor Braunschweig. Christian Günter (64.) hatte die Gäste mit einem Eigentor in Führung gebracht. SC-Trainer Christian Streich sagte: „Wir haben gegen eine sehr starke Frankfurter Mannschaft gespielt, die zu Beginn überlegen war. In der zweiten Halbzeit haben wir alles gegeben und hatten die besseren Chancen. Ich glaube schon, dass das Unentschieden am Ende verdient war.“

Schimpftirade. Heinz Müller fühlte sich wie ein kleiner König. In der Nachspielzeit in den gegnerischen Strafraum geeilt, wurde der 1,96 Meter lange Torhüter des FSV Mainz 05 zum Kopfball-Ungeheuer. Seine Vorarbeit machte in der 92. Minute noch das 2:2 durch Nikolce Noveski gegen 1899 Hoffenheim möglich. Trainer Thomas Tuchel aber zeigte sich trotz des ersten Punktgewinns nach fünf Pflichtspielniederlagen in Folge nachdenklich. Der Auftritt des Trainers gipfelte darin, dass er Müller für die Gegentore kritisierte. „Er hätte bei den Treffern zur Stelle sein sollen. Den ersten sollte er, den zweiten kann er halten“, äußerte Tuchel: „Ich bin im Normalfall kein Freund davon, dass die Torhüter nach vorne rennen. Diesmal ging es zum Glück gut aus.“

Schneider. Am Morgen nach dem 1:1 gegen Werder Bremen durften die Profis des VfB Stuttgart ausschlafen. Trainer Thomas Schneider war mit der Punkt-Ausbeute zwar nicht zufrieden, mit der Leistung seiner Mannschaft aber schon – und belohnte die Profis mit zwei trainingsfreien Tagen. „Die Art und Weise, wie wir heute performed haben, war richtig gut. Das einzige, was nicht gepasst hat, war das Ergebnis“, sagte Schneider. Die Entwicklung der Schwaben unter dem Nachfolger von Bruno Labbadia ist offensichtlich. In fünf Spielen unter ihm ist der VfB noch ungeschlagen. „Wir haben in einer kurzen Zeit einen riesen Schritt gemacht“, lobte Kapitän Christian Gentner.

Schlüsselszene. Selten ließ sich ein Spielverlauf so klar an einer einzigen Szene festmachen wie am Sonnabend beim 4:1-Sieg von Schalke 04 gegen den FC Augsburg. Nach einer Viertelstunde zupfte Augsburgs Verteidiger Ragnar Klavan am Arm des durchgebrochenen Adam Szalai. Elfmeter und „Rot“. „Von da an war Schalke in der Spur“, sagte Augsburgs Trainer Markus Weinzierl mit einem Bedauern, zumal sein Team bis dato besser und verdient in Führung gegangen war. Auf der Gegenseite blieb bei einer Attacke von Felipe Santana an Tobias Werner die Pfeife von Schiedsrichter Marco Fritz stumm. Da habe dem Referee „der Mumm“ gefehlt, Elfmeter zu geben, meinte Weinzierl. So nahm das Unheil ab der 16. Minute für nur noch zehn Augsburger seinen Lauf und die Schalker konnten den 600. Bundesligaerfolg ihrer Geschichte feiern. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach plädierte in der „Bild“-Zeitung gegen eine Mehrfachstrafe, wie sie die Augsburger getroffen hat.

Schweigen. Ronny wollte nicht reden. Nur ein paar Minuten nach seinem Traumtor zum 1:1 bei Hannover 96 am Freitag stapfte der Brasilianer von Hertha BSC schlecht gelaunt durch die Katakomben. Trainer Jos Luhukay meinte: „Das war ein fantastisches Tor von Ronny. Da lag sicher auch ein Stück Frust mit drin.“ Schließlich hatte der Niederländer den Techniker zuletzt in acht Partien fünfmal ein- und zweimal ausgewechselt. Für Hannover war das Remis auf dem angestrebten Weg nach Europa ein kleiner Rückschlag. Aber Slomka war vor allem wegen der schweren Verletzung seines Angreifers Didier Ya Konan getroffen. Der Ivorer hatte sich kurz vor dem Halbzeitpfiff das linke Knie und Sprunggelenk verdreht und fällt längere Zeit aus. „Natürlich ist das ein schwerer Schlag“, sagte Slomka.

Schwer verletzt. Der Bielefelder Stürmer Fabian Klos muss nach seinem Zusammenprall mit Kaiserslauterns Mohamadou Idrissou operiert werden. Der 25-Jährige erlitt in der 39. Minute im Zweitligaspiel zwischen Bielefeld und Kaiserslautern (0:3) am Freitag eine Fraktur des Gesichtsschädels mit Beteiligung der Stirn- und Augenhöhle sowie eine Gehirnerschütterung. Der Zeitpunkt des Eingriffes ist abhängig vom Grad der Schwellung. Wie lange Klos ausfallen wird, ist unklar.