„Platini“ lässt die Kapverden feiern

Inselstaat zieht in Play-off-Spiele zur WM-Qualifikation ein. Simunic sorgt mit Brutalo-Foul für Ärger

Hamburg. „Platini“ ist der neue Held auf den Kapverden. Er sorgte für Jubeltrubel-Autokorsos auf den Straßen der Hauptstadt Praia, ein Feier-Wochenende und kollektive Tänze am Strand. Der Stürmer mit dem bürgerlichen Namen Luis Carlos Almado Soares ebnete Sonnabendabend mit seinem 1:0 den Weg zum 2:0-Sieg seines Teams in Tunesien, mit dem die „Blue Sharks“ („Blaue Haie“) vom kleinen Atlantik-Archipel in die afrikanische Play-off-Runde für die Fußball-WM 2014 einzogen. Sie hoffen nun ebenso auf ihre erste Endrundenteilnahme wie die anderen Nobodys Äthiopien und Burkina Faso um den ehemaligen HSV-Profi Jonathan Pitroipa.

Die zehn Gruppenersten spielen in K.-o.-Duellen im Oktober und November die fünf WM-Starter aus. Kamerun mit dem deutschen Coach Volker Finke hat sich am Sonntag den letzten Platz in den Play-offs durch einen 1:0-Sieg gegen Libyen gesichert. Der WM-Traum zerplatzt ist dagegen für die Tunesier um die Bundesligaprofis Karim Haggui, Sami Allagui und Änis Ben-Hatira. Und für Südafrika. Die „Bafana Bafana“ verpasste als erster WM-Gastgeber seit Mexiko 1990 das darauffolgende Turnier. Sie schafften zwar einen 4:1-Erfolg gegen Botswana, aber der reichte nicht, weil Äthiopien sich als Führender der Gruppe A beim 2:1 gegen die Zentralafrikanische Republik keine Blöße gab. Erwartungsgemäß setzte sich in der Gruppe F Afrika-Champion Nigeria im Gruppenendspiel gegen Malawi mit 2:0 durch. Und auch der Senegal wurde in der Gruppe J seiner Favoritenrolle mit einem 1:0 gegen Uganda gerecht. Die Elfenbeinküste, Ghana, Algerien und Ägypten standen bereits als Play-off-Teilnehmer fest.

Nur ein Sieg am Dienstag in Paraguay fehlt Superstar Lionel Messi und der argentinischen Mannschaft noch, um sich das Ticket für das Turnier im Nachbarland Brasilien zu sichern. Auch Kolumbien hat die Teilnahme 2014 fast schon geschafft. Nach dem 1:0 gegen den Tabellenvierten Ecuador ist die Auswahl um Monaco-Star Radamel Falcao in der Südamerika-Gruppe punktgleich mit Argentinien Zweiter. Am Dienstag kann in Uruguay mit einem weiteren Dreier die WM-Reise fix gebucht werden. In Lima errang Uruguay einen wichtigen 2:1-Sieg gegen Peru mit Schalkes Jefferson Farfan, dem ehemaligen HSVer Paolo Guerrero und Roque Santa Cruz und belegt weiter Platz fünf. Für Peru ist die WM damit in weite Ferne gerückt. Chile verbuchte daheim einen 3:0-Sieg gegen Venezuela. HSV-Spieler Tomas Rincon war für Venezuela, das sich als Sechster noch Hoffnung auf Platz fünf und damit ein Play-off-Spiel gegen Usbekistan oder Jordanien machen kann, wegen einer Sperre nicht im Einsatz.

Auf dem „Alten Kontinent“ kann sich der viermalige Weltmeister Italien mit einem Sieg gegen Tschechien als erstes Team aus eigener Kraft bereits am Dienstag die WM-Qualifikation sichern. Die dann pausierenden Spanier sind durch das 0:0 der Franzosen in Georgien am Freitag und dem eigenen 2:0-Sieg in Finnland mit drei Punkten Vorsprung auf Frankreich fast durch.

Für die hässlichste Szene des Wochenendes sorgte der ehemalige HSV-Profi Josip Simunic, der beim 1:1 der Kroaten beim Erzrivalen Serbien in der 80.Minute seinen zu einem Konter ansetzenden Gegenspieler Miralem Sulejmani kurz vor der Mittellinie brutal umtrat und dafür vom deutschen Schiedsrichter Felix Brych die Rote Karte sah. „Es war zu 100 Prozent Rot, ich entschuldige mich bei Sulejmani. Aber in der Situation musste ich es tun und würde es morgen wieder machen“, sagte der 35-Jährige. Dass Sulejmani mit Prellungen davonkam, glich angesichts der unfassbaren Härte des Tritts einem Wunder. „Er hat mich zertrümmert“, sagte der Stürmer. Zum Glück blieb es trotz des Fouls im Umfeld der Partie friedlich.