Bundesliga-Kolumne

Bayern sind keine Chinesen und Heynckes lässt Starke üben

Nicht so schwer Siebtes Rückrundenspiel, siebter Sieg. Abstiegskandidat 1899 Hoffenheim konnte Tabellenführer Bayern München auf dem Weg zur deutschen Meisterschaft auch kein Bein stellen. 1:0 (1:0), Torschütze Mario Gomez in der 28. Minute. "Es war nicht brillant, nicht glanzvoll, aber auch dafür gibt es drei Punkte", sagte Trainer Jupp Heynckes. Er demonstrierte seine besondere Wertschätzung für den Tabellen-17. unter anderem dadurch, dass er Nationaltorwart Manuel Neuer draußen ließ und erstmals in dieser Saison durch Tom Starke ersetzte. Der hatte immerhin zwei Jahre bei den Kraichgauern brilliert - als die noch eine gute Mannschaft hatten. "Die Überraschung war groß", gab Starke zu, der nach der Partie artig seinen ehemaligen Kollegen Mut machte: "Es war ein ordentlicher Auftritt. Wenn sie so weitermachen, ist noch was drin", Fünf Punkte beträgt deren Abstand auf Relegationsplatz 16.

Nicht so oft Ivan Klasnic hat ein Tor in der Bundesliga erzielt. Früher war das eine Selbstverständlichkeit, aber seit seiner Rückkehr nach vierjährigem Exil in Frankreich und England im letzten Sommer war das dem gebürtigen Hamburger noch nicht wieder gelungen. Bis Sonntagabend. Beim 1:1 zwischen Fortuna Düsseldorf und Mainz 05 traf er zum Ausgleich für die Mainzer in der 42. Minute. Seit dem 10. Mai 2008 war der 33-Jährige damit erstmals wieder in der Bundesliga erfolgreich. Nach dem Eigentor von Bo Svensson (6.) reichte es für Mainz allerdings wieder nicht zu einem Sieg, seit fünf Spieltagen sind sie in der Liga nun erfolglos - und bleiben deshalb mit einem Punkt Abstand auf den HSV Achter.

Nicht so gemeint Eigentlich hatte er es gar nicht so gemeint. Bayern sind keine Chinesen, das wollte Jürgen Klopp dann doch klarstellen. Und sie kopieren auch Dortmund nicht und überhaupt täten ihm seine Plagiatsvorwürfe nach dem Pokal-Aus in München leid: "Jupp, falls du ARD hörst: Sorry." Er sei halt "ein wenig ins Plaudern gekommen und dann werden Dinge auch mal ein bisschen überspitzt formuliert." So ist er, der Meistertrainer. Spontan und emotional und laut. Und anschließend bittet er dann mit dem freundlichsten Lächeln um Entschuldigung. Er kämpft um sein Team und seine Spieler. So wie auch um Robert Lewandowski, dessen drei Spiele Sperre aus der Partie gegen den HSV erst das Bundesgericht des DFB in dritter Instanz einen Tag vor dem Spiel gegen Hannover 96 verkürzte. Der Pole durfte gegen die Niedersachsen also mitmachen und war mit seinen zwei Toren beim 3:1-Sieg der überragende Mann. "Die Reduzierung der Sperre war für uns auch eine Überraschung - gerade weil es so kurzfristig war", sagte 96-Trainer Mirko Slomka. Dafür blieben Mario Götze, Lukasz Piszczek und Sven Bender draußen, Schonung vor dem Champions League Rückspiel am Dienstag gegen Donezk.

Nicht so laut Um Jens Keller ist es ruhig geworden. Niemand fordert zur Zeit mehr die Entlassung des Trainers von Schalke 04. Der 4:1-Sieg beim VfL Wolfsburg nahm auch den härtesten Kritikern Wind aus den Segeln. Schalke spielt wieder um die internationalen Plätze mit. Und Schalke hat wieder einen Star: Mit seinem ersten Doppelpack und einer weiteren Torvorlage hat der 19 Jahre alte Julian Draxler auf der Spielmacher-Position geglänzt und den im Winter nach Tottenham verkauften Lewis Holtby vergessen lassen. "Ich habe meinen Kritikern bewiesen, dass ich das Potenzial für diese Position habe", sagte Draxler, der praktischen Anschauungsunterricht bei einem echten Weltstar genommen hat: "Ich bewundere Raul sehr und habe mir mit seinen Videos die Zeit vertrieben."

Nicht so klar Immerhin hatte Cedrick Makiadi seinen Humor nicht verloren. "Vielleicht dachte der Schiedsrichter, dass ich Augen im Hinterkopf habe sagte der Kapitän des SC Freiburg nach dem 1:1 beim 1. FC Nürnberg. Ein äußerst fragwürdiger Strafstoß hatte die Franken in Führung gebracht. Ein eigener Mitspieler hatte Makiadi aus kurzer Distanz den Ball an den Arm geköpft, als der sich schon in eine andere Richtung gedreht hatte. "Eine ganz bittere Entscheidung", sagte Freiburgs-Trainer Christian Streich. Aber richtig ärgern wollte er sich nicht, schließlich schaffte Jonathan Schmid in der 83. Minute den Ausgleich und bewies damit vier Tage nach den 120-Pokalminuten von Mainz erneut die außergewöhnliche Kondition und Moral der Breisgauer. "Ich freue mich, dass wir in Freiburg solche Jungs haben", sagte Streich.