VfL-Umfeld lehnt Schuster ab

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Wolfsburger Fans und Lokalmedien äußern Bedenken. Auch Huub Stevens gilt als Kandidat

Wolfsburg. Besonders herzlich wird der Empfang für Bernd Schuster in Wolfsburg wohl nicht ausfallen. "Herr Allofs, überlegen Sie sich das noch mal!", titelte die "Wolfsburger Allgemeine" am Freitag und forderte den neuen VfL-Manager auf, die Verpflichtung des derzeit heißesten Trainerkandidaten auf den Prüfstand zu stellen.

In einem Kommentar der Zeitung hieß es zudem: "Bernd Schuster? Bitte nicht! Der VfL braucht keinen Trainer, für den kaum mehr spricht als ein großer Name. Kontinuität, Glaubwürdigkeit, Bodenständigkeit - all das, was der VfL jetzt dringend nötig hätte, lässt sich nur sehr schwer mit dieser Trainer-Idee vereinbaren." Näher ausgeführt wird allerdings nicht, warum Schuster und die Begriffe Kontinuität, Glaubwürdigkeit und Bodenständigkeit so unvereinbar sein sollen.

Aber vielleicht wird dem Wunsch der Lokalpresse und einem Großteil der Wolfsburger Fans, die ihren Unmut in Internetforen äußerten, entsprochen. Denn so perfekt wie die Verpflichtung zwischenzeitlich schon schien, ist sie nach Abendblatt-Informationen nun doch nicht mehr. Ursprünglich war geplant, Schuster am Freitag vorzustellen. Doch daraus wurde nichts.

Hinter den Kulissen wird weiter verhandelt. Offenbar gibt es strittige Punkte zwischen Trainer und Verein. So hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, dass Schuster den Verein bis 2014 auf einen Europapokalplatz führen müsste, damit sich sein Kontrakt um ein weiteres Jahr verlängert. Eine eher unübliche Vertragsgestaltung.

Hinzu kommt, dass mit dem auf Schalke entlassenen Huub Stevens ein weiterer Kandidat auf der Liste des VfL aufgetaucht sein soll. Der etablierte Name, der auch schon beim HSV gearbeitet hat, weckt Begehrlichkeiten bei einigen Offiziellen. Auch wäre Schuster mitnichten erste Wahl. Vor ihm sollen nach "Kicker"-Informationen bereits Thomas Schaaf (Werder Bremen), Thomas Tuchel (Mainz) und Dieter Hecking (1. FC Nürnberg) von Klaus Allofs kontaktiert worden sein.

Neu-Manager Allofs, der selbst erst seit einigen Wochen im Amt ist, sagt: "Es ist richtig, dass Bernd Schuster ein Kandidat von mehreren ist. Aber am Ende müssen alle Rahmenbedingungen stimmen. Es sind noch verschiedene Dinge zu klären." Auch die Spieler entließ Allofs in Ungewissheit in den Weihnachtsurlaub.

Wer sie zum Trainingsbeginn im neuen Jahr begrüßen wird, weiß derzeit niemand. Nur, wer es nicht sein wird. Lorenz-Günther Köstner, der die Mannschaft nach der Entlassung von Felix Magath übernommen und vom letzten Tabellenplatz auf Rang 15 geführt hatte, rückt wieder ins zweite Glied und wird erneut U23-Trainer. So oder so: Auf den neuen Trainer wartet beim VfL Wolfsburg eine schwere Aufgabe.

( (HA/lwa) )