Druck auf niederländischen Verband nach Linienrichter-Tod

Hamburg. Nach dem gewaltsamen Tod eines Linienrichters im niederländischen Amateur-Fußball kommen weitere Details ans Licht, die den nationalen Verband KNVB unter Druck setzen. Mehr Jugendliche als bislang vermutet sollen an der tödlichen Prügelattacke auf den Schiedsrichter-Assistenten Richard Nieuwenhuizen beteiligt gewesen sein. Zudem waren die mutmaßlichen Täter wohl keine Unbekannten.

Fünf statt wie bislang vermutet drei jugendliche Spieler Nieuw-Slotens sollen Nieuwenhuizen am Sonntag nach dem Spiel von Nieuw-Sloten beim SC Buitenboys in Almere angegriffen haben. Die drei als Täter frühzeitig identifizierten Jugendlichen sitzen derzeit in Isolationshaft und werden von der Staatsanwaltschaft Amsterdam wegen Totschlags angeklagt. Am Donnerstag sollen sie dem Richter vorgeführt werden. Weitere Verhaftungen wurden bislang nicht vorgenommen.

Der Klub aus der Nähe Amsterdams ist allerdings kein unbeschriebenes Blatt: Ehrenamtliche Helfer anderer Amateur-Vereine erhoben schwere Vorwürfe gegen den KNVB und verwiesen auf frühere Taten von Spielern der Jugendmannschaften Nieuw-Slotens. Der Verband habe nicht hart genug reagiert, obwohl die Schiedsrichter in ihren Berichten die Vorkommnisse deutlich geschildert hätten, so der Vorwurf. Im Oktober soll es bereits Morddrohungen gegen den Trainer des FC Almere seitens einiger Akteure der inzwischen vom Spielbetrieb ausgeschlossen B1 von Nieuw-Sloten gegeben haben. "Wenn du nicht schon über 50 wärst, würden wir dich totschlagen", so der kolportierte Wortlaut. Trotz eindeutiger Vermerke der Schiedsrichter seien die aufgeführten Zeugen nach diesem und ähnlichen Vorfällen nicht angehört worden.

In der Vergangenheit ging der KNBV allerdings rigoros vor. In der vergangenen Saison waren insgesamt 105 Mannschaften aus den niederländischen Amateurligen ausgeschlossen worden, allein 74 Akteure wurden lebenslänglich gesperrt.

( (sid) )