Bundesliga-Kolumne

Der Meister stolpert in Hannover, Veh schimpft über Gladbachs Sieg

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Dortmund Der deutsche Meister droht den Anschluss an Spitzenreiter Bayern zu verlieren. Borussia Dortmund kam am Sonntag bei Hannover 96 nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus und geht mit neun Punkten Rückstand auf die Münchner in die Länderspielpause. Mame Diouf erzielte in der 86. Minute den Ausgleich für die Niedersachsen. Robert Lewandowski (26.) hatte Dortmund in einer turbulenten Partie in Führung gebracht. Ärgerlich für Dortmunds Trainer Jürgen Klopp: Mit Jakub Blaszczykowski, Mats Hummels (beide Probleme am Fuß) und Sven Bender, der nach einem Zusammenprall mit Ya Konan den Platz verlassen musste, verletzten sich gleich drei Borussen.

Mönchengladbach Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre hat am Sonntag den Höhenflug von Eintracht Frankfurt gestoppt. Mönchengladbach feierte nach sieben Pflichtspielen ohne Sieg gegen die zuletzt so starken Hessen einen 2:0 (2:0)-Erfolg und fügte dem Aufsteiger die erste Saisonniederlage zu. Juan Arango brachte die Borussia mit einem Traumtor in seinem 100. Ligaspiel in Führung (8.), die der niederländische Millionenmann Luuk de Jong noch vor der Pause ausbaute (24.). Frankfurts Trainer Armin Veh war anschließend bedient: "Die spielen als Vorjahresvierter zu Hause gegen einen Aufsteiger und stehen mit zehn Mann am eigenen Strafraum. Ich kann nicht nachvollziehen, dass man so tief stehen kann."

Stuttgart "Schwaben-Schreck" Stefan Kießling hat die Krise des VfB Stuttgart verschärft. Leverkusens Stürmer erzielte bei seinem Lieblingsgegner beide Tore zum 2:2 - er hat damit gegen den VfB zwölfmal in 14 Spielen getroffen. Ebenfalls doppelt traf Stuttgarts Vedad Ibisevic (19., Foulelfmeter/55.).

Nürnberg Die Unzufriedenheit für die sportliche Talfahrt hat beim 1. FC Nürnberg nach dem 0:3 beim SC Freiburg offenbar für einen Eklat gesorgt. Weil Mittelfeldspieler Robert Mak von Dieter Hecking bereits nach 45 Minuten ausgewechselt worden war, tauchte laut einem Bericht von "Nordbayern.de" in seinem Twitter-Account eine heftige Attacke gegen den Trainer auf. "Fußball ist so eine verschissene Politik! Ich hasse es! Verdammter Trainer", hieß es in dem inzwischen gelöschten Eintrag. Obwohl Mak zunächst behauptete, der Tweet stamme nicht von ihm selbst, entschuldigte er sich noch am Sonntag per SMS beim Trainer.

Wolfsburg Die Rufe waren nicht zu überhören. "Magath raus, Magath raus!", schallte es von den Rängen. Trainermanager Felix Magath durfte beim 0:3 seines VfL Wolfsburg bei Schalke 04 froh sein, dass die eindeutige Forderung aus der königsblauen Kurve kam. Die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte war für den 59-Jährigen ansonsten wenig erfreulich. Nach dem schlechtesten Saisonstart der Wölfe seit elf Jahren und dem Abrutschen auf einen Abstiegsplatz wurde der Wolfsburger Alleinherrscher nach seinem 800. Bundesligaspiel gefragt, ob er sich Sorgen mache. "Ich mache mir immer Sorgen", antwortete Magath pikiert, "denn ich bin ja schließlich dafür verantwortlich."

Hoffenheim Der Zustand des schwer verunglückten Fußballprofis Boris Vukcevic hat sich eine Woche nach seinem Unfall offenbar leicht verbessert. "Es ist nach wie vor kritisch, aber die letzten Signale waren positiv. Trotzdem ist er noch nicht über dem Berg", sagte Hoffenheims Trainer Markus Babbel am Sonntag beim Sport1-"Doppelpass".

Nationalmannschaft Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat von Bundestrainer Joachim Löw einmal mehr einen härteren Umgang mit seinen Nationalspielern gefordert. Er müsse "mehr Druck machen, nicht immer nur auf gute Laune", sagte Hoeneß im "Spiegel". Kurz vor der EM in Polen und der Ukraine sei im Kreis der Nationalmannschaft "ja nur noch darauf geachtet worden, zu welchem Formel-1-Rennen man noch alles fahren sollte, damit die Spieler bei Laune gehalten wurden". Unterdessen muss Löw mit Sorgen in die Vorbereitung auf die zwei WM-Qualifikationsspiele in Irland und gegen Schweden gehen. Den im ersten Spiel gesperrten Philipp Lahm plagt eine starke Schienbeinprellung, Leverkusens Lars Bender hat Probleme mit dem Knie.

Berlin Der derzeit vertragslose Kevin Pezzoni wird ab Dienstag beim Zweitligisten Hertha BSC mittrainieren. Der Vertrag des Innenverteidigers war beim 1. FC Köln nach Drohungen der eigenen Fans aufgelöst worden.