Bundesliga-Kolumne

Bayern souverän, Bremen rätselt, Hoffenheim erleichtert

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32:5. So lautete die Torschuss-Bilanz im Spiel zwischen Bayer Leverkusen gegen Borussia Mönchengladbach. Am Ende stand es im Rheinderby 1:1, enttäuschend für beide Teams, für die Werkself nach zahlreichen Chancen umso mehr. Die Tore fielen früh, Hermann traf bereits in der dritten Minute für Gladbach, Kadlec glich in der 12. Minute aus. In der zweiten Halbzeit lief Leverkusen an, erspielte sich Torchance um Torchance. Gladbachs Keeper ter Stegen rückte in den Blickpunkt. Stefan Kießling, Karim Bellarabi und Schürrle, gegen den der Borussia-Schlussmann einmal hervorragend abwehrte (68.), waren die auffälligsten Leverkusener bei diesem Sturmlauf. Schürrle krönte seine unglückliche Leistung, als sein Handelfmeter am Pfosten landete.

Erleichterung in Hoffenheim. Die TSG kann noch gewinnen. Zwei späte Tore von Salihovic und Williams sicherten den 3:1-Sieg gegen schwache Hannoveraner, die auf den Gelb-Rot gesperrten Huszti und auf Andreasen verzichten mussten. Der Neuzugang auf der Hoffenheimer Bank, Sportdirektor Andreas Müller, sprach von "großer Leidenschaft" und einem "hochverdienten Sieg". Worte, die man zuletzt aus Hoffenheim nicht gewohnt war, die gestern aber zutrafen. Durch ein Eigentor von Delpierre lag die TSG nach 26 Minuten zurück, schaffte aber den schnellen Ausgleich durch Johnson. "Die Mannschaft hat zurückgefightet, das hat mir am meisten imponiert", sagte Müller. "Mein Kompliment gilt der Mannschaft und dem Trainerteam." Viel Lob also für Trainer Babbel, der immerhin seinen fünften Sieg in 19 Pflichtspielen feierte und sich etwas Luft im Kampf um seinen Job verschaffte.

Wieder gescheitert. Wieder an sich selbst. So sah es Bremens Marko Arnautovic nach dem 2:2 von Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart. "Ein solches Spiel muss man doch nach Hause bringen. Ich habe keine Erklärung dafür." Der zweite Saisonsieg war zum Greifen nahe, am Ende feierte der VfB Stuttgart einen leidenschaftlich erkämpften Punkt - den zweitem der Saison. Leidenschaftlich deshalb, weil das Team von Bruno Labbadia schon 0:2 zurückgelegen hatte, kurzzeitig in Unterzahl spielte (Harnik hatte Gelb-Rot gesehen) und durch Treffer von Harnik und Cacau doch noch zum Ausgleich kam.

Wiesn-Qualität. Die Stimmung bei Bayern München passt zur fünften Münchner Jahreszeit, dem Oktoberfest. Nach dem souveränen 2:0 bei Schalke 04 ist das Signal aus München klar: Die Dominanz ist zurück. Tabellenführer, fünf Punkte Vorsprung auf Rivale Dortmund. "Wir hatten keine Chance", sagte denn auch Schalke-Manager Horst Heldt. Jupp Heynckes denkt derweil schon über die Liga hinaus und sieht sein Team für den Titelkampf in drei Wettbewerben dank der "großen Qualität im Kader" gut gerüstet. "Man hat vor allem in der zweiten Hälfte gesehen, was der FC Bayern für eine klasse Mannschaft ist", sagte der Münchner Coach.

Felix Magaths Sarkasmus. Nach dem ernüchternden 1:1 gegen Aufsteiger Greuther Fürth sagte der Wolfsburger Trainer: "Für unsere Ansprüche darf man auch mal drei Punkte holen zu Hause." Seine Mannschaft war von den eigenen Fans ausgepfiffen worden. Magath zeigte Verständnis: "Wir wollen unter die Besten der Liga. Davon sind wir ein Stück weit entfernt. Wir müssen zulegen, sonst werden wir unseren eigenen Ansprüchen nicht gerecht." Für das kuriose Highlight sorgten allerdings Emanuel Pogatetz und Torhüter Diego Benaglio. Ihr Kommunikationsdefizit vor dem 0:1 gipfelte in einem lustig anzusehenden Zusammenprall der beiden - und der Ball, den keiner wollte, kullerte ins Tor. "Ein Treffer, wie man ihn alle paar Jahre nur sieht", kommentierte Magath.

Ohrfeigen für Klasnic. Adam Szalai hatte gut lachen. Erst erzielte der Ungar das entscheidende zweite Tor beim 2:0 seines FSV Mainz 05 gegen Augsburg, dann freute sich der 24-Jährige auf ein ganz besonderes Vergnügen. "Ich hatte mit Ivan Klasnic gewettet. Er hat gesagt: Wenn ich kein Tor schieße, dann bekomme ich eine Ohrfeige von ihm. Und wenn ich ein Tor schieße, dann bekommt er zwei von mir. Ich habe das gleich in der Pause eingelöst", berichtete Szalai strahlend. Klasnic hielt sich danach für den eigentlichen Matchwinner - trotz 90 Minuten auf der Bank. "Allein meine Aura hat es heute gerichtet", meinte der Neuzugang nach überstandener Wadenzerrung.