Copa America

4000 begeisterte Peruaner feiern HSV-Stürmer Guerrero

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Auch der HSV will vom Einzug seines Stürmers ins Copa-Halbfinale profitieren. Rincon sieht bei Venezuelas Sieg gegen Chile kurz vor Schluss Rot.

Hamburg/Buenos Aires. Mit einem derartigen Auflauf hatte Paolo Guerrero nicht gerechnet. Als der HSV-Stürmer gestern Nachmittag mit der peruanischen Nationalmannschaft das neue Quartier in Buenos Aires erreichte, kannte der Jubel unter den weit gereisten Fans keine Grenzen. Mehr als 4000 Schlachtenbummler hatten sich auf den Weg über die Anden gemacht, um ihre neuen Nationalhelden hochleben zu lassen. "Wir alle zerreißen uns in den Spielen. Wir könnten für die Nationalmannschaft töten", kommentierte Guerrero martialisch die peruanische Invasion, wohl wissend, dass derartige Kampfansagen jenseits des Atlantiks gut ankommen.

In der kommenden Nacht soll Peru das Copa-Finale erreichen

Tatsächlich scheint die Begeisterung beim zweimaligen Copa-América-Sieger vor dem Halbfinale in der kommenden Nacht gegen Uruguay (2.45 Uhr MESZ) kaum zu bremsen. Nach dem 2:0-Sieg im Viertelfinale gegen Kolumbien und dem damit verbundenen erstmaligen Einzug ins Halbfinale seit 14 Jahren hofft nun das ganze Land auf die zuvor nicht für möglich gehaltene Sensation. "Sollten wir das Finale erreichen und sogar gewinnen, wäre das unglaublich", sagt Guerrero, der als Vater des Erfolgs in Peru gilt.

"Die Siege dürften Paolo Rückenwind für die Bundesliga geben", gratuliert HSV-Trainer Michael Oenning, der im ständigen SMS-Kontakt mit seinem Stürmer steht. In Hamburg verfolgt man die Copa América mit zwei lachenden Augen. Während Oenning offiziell auf einen Motivationsschub für seinen Angreifer hofft, wurden im Vorstand schon ganz andere Gedankenmodelle durchgespielt. So wird insgeheim auf ein Millionenangebot für den mit 4,6 Millionen Euro fürstlich entlohnten Topverdiener gehofft. "Noch gibt es keine konkreten Anfragen, aber im Fußball geht es ja schneller als man denkt", sagt der Hamburger Berater Carsten Eisen, der Guerrero seit Kurzem in Vertragsangelegenheiten unterstützt.

Längst gilt die Copa unter Europas Klubmanagern als ein Schaulaufen der Stars mit anschließendem Schlussverkauf. So durfte Barcelonas Patron Sandro Rosell ganz offiziell im Mannschaftsbus der brasilianische Nationalmannschaft um die Dienste von Supertalent Neymar buhlen, der auch bei Real Madrid auf der Einkaufsliste stehen soll. Das spanische Derby wird eben nicht nur auf dem Rasen ausgespielt.

Den Hype um die Stars der Copa hat auch Hamburgs zweiter Teilnehmer Tomas Rincon frühzeitig bemerkt. Als der giftige HSV-Venezolaner Brasiliens Stars im torlosen ersten Spiel zur Verzweiflung trieb, wurden umgehend Gerüchte um ein angebliches Interesse Real Madrids gestreut. Rincon dementierte umgehend, konnte das mediale Rauschen im venezolanischen Blätterwald aber nur kurzzeitig eindämmen.

Tomas Rincon wurde nach seiner roten Karte für ein Spiel gesperrt

Beim Halbfinale am Mittwoch gegen Paraguay wird Rincon dagegen keine Werbung in eigener Sache machen können. Nach einer Tätlichkeit in der Nachspielzeit beim 2:1 über Chile wurde der Defensivallrounder vom Platz gestellt. Rincon wurde für ein Spiel gesperrt und könnte in einem möglichen Finale auflaufen. So oder so kann sich Rincon, dem wie Guerrero nach dem Turnier nur sieben Urlaubstage vom HSV gewährt wurden, schon jetzt über die erfolgreichste Copa der Geschichte Venezuelas freuen. Die alte Bestmarke: 1967 wurde La Vinotinto Fünfter - unter sechs Teilnehmern.

( (ks) )

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