Fußball aus aller Welt

Barcelona bleibt trotz Lotsenstreik auf Kurs, Chelsea hat den Blues

Unaufhaltsam: Der FC Barcelona hat trotz Reisechaos die Tabellenführung in der spanischen Primera División souverän verteidigt. Fünf Tage nach dem rauschenden 5:0 im Clásico gegen Real Madrid kam Barça zu einem klaren 3:0 (1:0) beim zuvor daheim ungeschlagenen Osasuna Pamplona und liegt nach dem achten Sieg in Folge mit 37 Punkten vorn. Zuvor hatten die Barca-Stars aber eine unglaubliche Anreise über sich ergehen lassen müssen. Wegen des Fluglotsenstreiks in Spanien musste das Team zunächst per Zug nach Saragossa fahren. Von dort aus ging es zwei Stunden per Bus nach Pamplona, wo man um 19.50 Uhr am Stadion eintraf. Da der Anpfiff für 20.00 Uhr angesetzt war, verlegte das Schiedsrichtergespann den Spielbeginn auf 20.45 Uhr. Dem war ein fast schon chaotisches Hin und Her über eine mögliche Verlegung des Spiels auf den Sonntag vorausgegangen. Nachdem der spanische Verband einer Bitte der Katalanen nachkommen wollte, legte Pamplona Protest ein. Also erfolgte der Anpfiff. Pedro (26.) und Superstar Lionel Messi (65. und 84./Elfmeter) erzielten die Tore zum siebten Sieg im siebten Auswärtsspiel. Für Messi waren es die Saisontreffer 14 und 15. Erzrivale Real konnte sich später beim deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Cristiano Ronaldo bedanken. Beim 2:0 (0:0) gegen den FC Valencia erzielte Ronaldo nach einer mustergültigen Özil-Vorlage zunächst das 1:0 (73.) und sorgte wenig später mit seinem 16. Saisontreffer für die Entscheidung. Bei Valencia sah David Albelda zuvor Gelb-Rot (65.).

Unvereinbar: Die Mailänder Spitzenklubs gehen zusehends getrennte Wege: Während der AC Milan seinen Höhenflug mit einem lockeren 3:0-Sieg gegen Brescia Calcio fortsetzte, stürzt Tripel-Sieger Inter nach der bitteren 1:3-Niederlage beim Zweiten Lazio Rom in der italienischen Serie A weiter ab. "Milan ist einfach gigantisch", titelte die "Gazzetta dello Sport" und feierte Ex-Bundesliga-Profi Kevin-Prince Boateng für den Torjubel des Jahres. Der ehemalige Dortmunder erzielte in der 4. Minute die Führung und feierte sein erstes Tor für die Mailänder mit einem Salto. Anschließend machten der Brasilianer Robinho (28.) und der schwedische Nationalspieler Zlatan Ibrahimovic (31.) den Erfolg perfekt. Für Inter-Trainer Rafael Benítez ist dagegen die anstehende Klub-WM in Abu Dhabi die letzte Chance, seinen Job zu sichern.

Spitzenreiter: Samir Nasri hat den FC Arsenal erstmals in dieser Saison an die Spitze der englischen Premier League geschossen. Der französische Nationalspieler erzielte beide Tore zum 2:1 (1:1) des 13-maligen Meisters im Londoner Stadtderby gegen den FC Fulham. Nasri war in der 14. und 75. Minute erfolgreich, den zwischenzeitlichen Ausgleich für den Europa-League-Finalisten hatte Diomansy Kamara erzielt. Lokalrivale FC Chelsea konnte dagegen nicht von der wetterbedingten Absage des Spiels zwischen dem bisherigen Spitzenreiter Manchester United beim FC Blackpool profitieren. Der Titelverteidiger verpasste die Tabellenführung durch ein 1:1 (1:0) gegen Abstiegskandidat FC Everton und blieb zum vierten Mal in Folge sieglos. Didier Drogba brachte die Gastgeber per Foulelfmeter in Führung, Jermaine Beckford (86.) sicherte Everton allerdings noch einen Punkt.

Spitzenkandidat: Harry Redknapp ist Topfavorit auf die Nachfolge des englischen Nationaltrainers Fabio Capello. Alex Horne, Generalsekretär des Verbands FA, brachte den Namen des Teammanagers von Tottenham Hotspur ins Gespräch. "Harry Redknapp ist einer großer Trainer. Tottenham spielt guten Fußball und hat sich als Außenseiter frühzeitig für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert", sagte Horne: "Redknapp führt die Liste der Kandidaten an. Die Liste ist nicht besonders lang." Der bislang erfolglose Capello wird nach der EM 2012 in Polen und der Ukraine aufhören.

Später Sieg: Olympique Lyon ist nach miserablem Saisonstart wieder im Titelrennen. Durch einen 2:1-Zittersieg bei HSC Montpellier platzierte sich der frühere Serienmeister, morgen Champions-League-Gegner des FC Schalke 04, erstmals in der Saison unter den ersten drei der französischen Ligue 1. Lisandro López sicherte den Erfolg erst in der fünften Minute der Nachspielzeit. Der Argentinier hatte Lyon in der 5. Minute bereits in Führung gebracht, bevor Emir Spahic (80.) den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte.