Bundesliga-Kolumne

Pizarro jubelt, Kuntz kritisiert, Magath streicht

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Pizarro voller Stolz. Den Sonntag verbrachte der Rekordmann vor dem heimischen Fernseher. Mit seinen Kindern schaute sich Claudio Pizarro die DVD mit seinen 134 Toren in der Fußball-Bundesliga an. "Die jubeln bei jedem Tor noch einmal", sagte der Peruaner über den Nachwuchs. Besonders ausgelassen wahrscheinlich bei dem 4:1 für Werder Bremen bei Borussia Mönchengladbach: Der Treffer ließ Pizarro endgültig zum erfolgreichsten ausländischen Torjäger der Liga-Geschichte aufsteigen. Aber nicht nur im Hause Pizarro war die Freude riesig. "Auch meine Freunde in Peru haben auf diesen Augenblick gewartet", sagte der 32-Jährige. Er hat nun ein Tor mehr erzielt als der Brasilianer Giovane Elber, mit dem sich Pizarro die Ehre bis zu diesem Sonnabend teilen musste.

Kuntz kritisiert scharf. Nach dem 1:2 in Freiburg, der fünften Niederlage in Folge, holte Kaiserslauterns Vorstandschef Stefan Kuntz zum Rundumschlag aus. "Wenn der Trainer sagt, dass die Gier fehlt, ist das das Schlimmste, was man einem Spieler sagen kann", sagte der Europameister von 1996. "Und der Trainer hat recht. Da fehlt die Gier. Das sind dann die zehn Prozent, die fehlen, um vorne die Bude zu machen oder das Gegentor hinten zu verhindern. Da muss man sich umstellen." Kuntz will dem Treiben am Betzenberg nicht länger tatenlos zusehen und kündigte klare Worte an. "Mir machen die Leute, die nicht im Kader sind, zu wenig Druck. Da werden wir in den nächsten Wochen klare Gespräche führen. So stelle ich mir das sicher nicht vor", sagte der Vorstandsvorsitzende der Pfälzer.

FC Bayern verzichtet. Trotz des enttäuschenden Saisonstarts in der Bundesliga wird der FC Bayern in der Winterpause keine großen Transfers tätigen. "Man kann sicher sein, dass der FC Bayern im Winter keine riesigen Investitionen vornimmt. Wenn ein rechter oder linker Verteidiger auf dem Markt ist, der Bayern wirklich weiterhilft, wird der Vorstand sicher darüber nachdenken", sagte Präsident Uli Hoeneß im Interview mit dem Münchner Merkur. Nach neun Spielen haben die Bayern erst zwölf Punkte auf dem Konto. Für Hoeneß ist das große Verletzungspech der Grund. "Das ganze Problem ist, dass Franck Ribéry und Arjen Robben fehlen. Was wäre denn passiert, wenn einer von den beiden am Freitag in Hamburg in eine 1:1-Situation gegangen wäre? Hätte man früher bei uns Franz Beckenbauer und Gerd Müller rausgenommen, wäre auch einiges anders gelaufen", meinte Hoeneß.

"Quälix" ist zurück: Trainer-Manager Felix Magath kündigte beim FC Schalke 04 die prinzipielle Streichung von freien Tagen nach Spielen an, nachdem seine Profis beim 0:0 in Frankfurt enttäuscht hatten. "Ich habe uns körperlich nicht in einem guten Zustand gesehen", sagte Magath. Nach dem 3:1 in der Champions League unter der Woche gegen Hapoel Tel Aviv hatte er seinen Spielern noch einen "blauen Tag" gegönnt. "Freie Tage wird es demnächst nicht mehr geben", sagte Abwehrchef Christoph Metzelder. Für Magath steht fest: "Nach oben schaue ich in der Tabelle momentan nicht. Es ist wichtig, dass wir da unten wegkommen."