EM-Vergabe verkauft? Uefa-Funktionäre unter Bestechungsverdacht

Hamburg. Nach dem Skandal beim Weltverband Fifa droht auch der Europäischen Fußball-Union (Uefa) eine Bestechungsaffäre. Laut "Süddeutscher Zeitung" (SZ) liegen einem Vorstandsmitglied des Fußballverbandes von Zypern Beweise vor, die angeblich einen Verkauf des EM-Turniers 2012 an die Ukraine und Polen durch Vorstandsmitglieder der Uefa belegen. Der Funktionär, Spyros Marangos, versuche laut SZ "seit zwei Jahren erfolglos, Uefa-Präsident Michel Platini diese Informationen zu übergeben".

Marangos behauptet, er habe mehrere Zeugen dafür, wie in einer zyprischen Anwaltskanzlei Korruptionsgeschäfte abgewickelt worden seien, die fünf hohe Uefa-Funktionäre betroffen und eine Gesamtsumme von elf Millionen Euro umfasst hätten. Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino bestritt am Freitag jede konkrete Kenntnis dieser Vorwürfe.

Die Uefa hatte am 18. April 2007 in Cardiff die EM 2012 mit 8:4 Stimmen an die Ukraine und Polen vergeben. Topfavorit Italien unterlag überraschend. Bei den nun von Marangos Beschuldigten soll es sich um Vorstandsmitglieder der Uefa handeln, die "teilweise schon mit fragwürdigen Aktivitäten im Ehrenamt auffällig wurden".

( (sid) )