Spielführer unter sich - auch Löw will eine Doppellösung

Bundestrainer gibt heute Entscheidung in Kapitänsfrage bekannt

Heiko Westermann hat es gut: Der Verteidiger ist beim HSV längst zum Kapitän bestimmt worden und braucht auch keine Nebenbuhler zu fürchten. Überhaupt läuft für den 27-Jährigen alles nach Plan: Erstmals seit seiner Verletzung, die seine WM-Teilnahme verhinderte, steht der Abwehrmann wieder im Kader der Nationalmannschaft und hat gute Chancen, zum Auftakt der EM-Qualifikation gegen Belgien in Brüssel (Freitag, 20.45 Uhr/ARD live) aufzulaufen.

Philipp Lahm hingegen ist derzeit DFB-Kapitän - und er wird es offenbar nur noch in Abwesenheit von Platzhirsch Michael Ballack bleiben. Derzeit deutet alles darauf hin, dass der Leverkusener wieder die Binde übernimmt, wenn er wieder vollkommen fit ist und zur Startformation beim WM-Dritten zählt. Ansonsten darf WM-Kapitän Philipp Lahm den "kleinen Capitano" spielen. Diese Doppellösung will Joachim Löw heute ebenso öffentlich bekannt machen wie seine Entscheidung, dass Schalkes Torwart Manuel Neuer bis auf Weiteres die Nummer eins ist. Bitter für Leverkusens René Adler, der nur wegen einer Verletzung seinen Status als Stammkeeper verlor.

Oliver Bierhoff machte deutlich, dass er den Streit um den künftigen DFB-Kapitän für völlig überzogen hält: "Es sind viele Chefs auf dem Platz gefragt. Man hat ja bei der WM gesehen: Einer alleine kann es nicht. Von der Generation her sind das jetzt alles Spieler, die flache Hierarchien wollen und nicht mehr, dass einer den Leitwolf gibt", sagte der DFB-Manager beim Treffen der Nationalspieler in Frankfurt. "Letztendlich hat man ja auch an den Aussagen der Spieler gesehen, dass es für sie nicht so wichtig ist, wer Kapitän ist", so Bierhoff weiter.