Europa League: Bayer schont Ballack, Stuttgart muss aufpassen

Köln. Drei Bundesliga-Klubs müssen heute Abend beweisen, dass sie europatauglich sind: In den Play-offs für die Europa League wird es aber besonders für den VfB Stuttgart noch einmal eng. Während Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen in ihren Hinspielen klar gewannen, erreichten die Schwaben beim slowakischen Pokalsieger Slovan Bratislava nur einen knappen 1:0-Sieg. Die Mannschaft ist sich der großen Bedeutung der Partie bewusst: "Das Spiel dürfen wir nicht verlieren, wir werden uns keine Schwäche erlauben und alle 100 Prozent geben, keine 95", sagt Stürmer Ciprian Marica. Immerhin geht es um Zusatzeinnahmen von fünf Millionen Euro, auf die der Sieger hoffen darf. Und die könnte der Verein gut gebrauchen, Trainer Christian Gross fordert nicht erst seit der 0:2-Auftaktpleite gegen den FSV Mainz 05 weitere Verstärkungen. Im Gespräch ist unter anderem Stefan Aigner von 1860 München. Von vielen europäischen Klubs umworben wird auch Stuttgarts Nationalverteidiger Serdar Tasci, der aber gegen Bratislava (20 Uhr/Sport 1) auf der Ersatzbank sitzen muss, obwohl er unbedingt spielen will.

Während die Stuttgarter ihr Endspiel zu Hause austragen dürfen, muss der BVB etwa 3500 Kilometer entfernt in Aserbaidschan bei Qarabag Agam ran (18 Uhr). Im Hinspiel gab es ein klares 4:0, Kapitän Sebastian Kehl warnt aber: "Im Fußball kann viel passieren, wir wollen keinem Wunder zum Opfer fallen." Für viele junge Spieler wäre das Erreichen der Hauptrunde der bisher größte internationale Erfolg. Diese wird am Freitag (13 Uhr) ausgelost .

Auch Bayer Leverkusen landete mit einem beruhigenden 3:0-Heimsieg im Gepäck in der Ukraine. Das scheint Trainer Jupp Heynckes zu reichen, um auf wichtige Spieler im Duell gegen Pokalsieger Tawrija Simferopol (20 Uhr) zu verzichten. Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack, der im Hinspiel ein Tor schoss, darf genauso zu Hause bleiben wie Stürmer Stefan Kießling und Abwehrchef Sami Hyypiä.

"Michael hat jetzt zwei Spiele innerhalb kurzer Zeit bestritten. Er soll regenerieren und neue Trainingsreize für das Spiel am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach setzen", erklärt Heynckes.

Verzichten muss der 65-Jährige weiterhin auf Patrick Helmes (Muskelfaserriss) und Simon Rolfes (Aufbautraining), sodass Eren Derdiyok wohl als einzige Spitze auflaufen wird. Er soll früh einen beruhigenden Treffer erzielen, damit auch hier kein Fußball-Wunder geschieht.