Löw: Neuer nicht automatisch die Nummer eins

Bundestrainer eröffnet T-Frage wieder neu - weiter Wirbel um Michael Ballack

Kopenhagen. Wenn es einen Verlierer des Trips nach Dänemark gab, dann wohl Manuel Neuer. Schlimm genug, dass dem Schalker der Wunsch, zu seinem zwölften Länderspiel zu kommen, verweigert worden war. Trotz konstant guter Leistungen bei der WM in Südafrika kann sich der 24-Jährige noch nicht einmal sicher sein, ob er zum Start der EM-Qualifikation in Brüssel im Tor steht. "Jetzt ist es absolut keine Frage, eine Reihenfolge aufzustellen, wir werden erst vor dem Belgien-Spiel bekannt geben, wer die Nummer eins sein wird", erklärte Joachim Löw nach dem 2:2 den Konkurrenzkampf zwischen Neuer, René Adler und Tim Wiese für neu eröffnet.

Der Bundestrainer machte außerdem deutlich, dass es keine Freibriefe für die Protagonisten des WM-Kaders geben wird. "Wir müssen uns von der WM mental entfernen. Keiner kann sagen, ich habe eine gute WM gespielt und bin nun für alle Zeiten gesetzt", sagte der 50-Jährige.

Das zweite bestimmende Thema war der Wirbel um Michael Ballack nach den diffusen Vorwürfen seines ehemaligen Teamkollegen beim FC Bayern, Christian Lell (s. Seite 26) und Aussagen von Oliver Bierhoff ("Ich glaube, Michael wird seinen Verbleib nicht davon abhängig machen, ob er Kapitän bleibt"). Ballack kritisierte den DFB-Teammanager: "Ich weiß nicht, was die Spekulationen vom Manager sollen. Als das Thema während der WM aufkam, habe ich das Turnier natürlich zunächst abgewartet und dann Jogi Löw angerufen. Der Bundestrainer hat mir versichert, dass ich mir überhaupt keine Sorgen machen müsse und ganz entspannt bleiben solle. Deshalb verstehe ich seine Aussagen nicht."