Deutsche B-Elf gegen Dänemark, auch Reus sagt für Länderspiel ab

Löw reist mit 16 Spielern nach Kopenhagen, alle sollen spielen.

Hamburg. Der Sinn des Testspiels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft morgen gegen Dänemark (20.30 Uhr/ZDF) wird weiter kontrovers diskutiert. Nachdem zunächst die Ansetzung kurz vor dem Bundesligastart für Kritik sorgte, ist nun, nach dem Verzicht auf viele Stammkräfte, von einem Muster ohne Wert die Rede. Tatsächlich stehen nur sieben Spieler aus dem deutschen Kader der WM in Südafrika im Aufgebot für Kopenhagen. Viele vor der WM ausgemusterte Spieler und ein Debütant (Sascha Riether) komplettieren dagegen den Kader. Kurzum: Es handelt sich um eine B-Elf, was wiederum vor allem dem Termin geschuldet ist.

Die Nominierten haben nun die Möglichkeit, aus dem Schatten der angestammten Spieler zu springen und Argumente zu liefern, wieso sie dauerhaft ins Team gehören sollten. "Wenn ich für Deutschland spielen kann, würde ich das auch am 24. Dezember machen", stellte der Wolfsburger Marcel Schäfer klar. "Ich war froh, als sich der Bundestrainer gemeldet hat. Es ist schön, wieder dabei zu sein", meinte auch Rückkehrer Thomas Hitzlsperger.

Zwei weitere Spieler, die ebenfalls gegen die Dänen dabei sein sollten, waren Piotr Trochowski vom HSV und Marco Reus von Borussia Mönchengladbach. Während Trochowski an Achillessehnenbeschwerden leidet, pausiert Reus wegen eines grippalen Infekts. Der quirlige Gladbacher wäre jemand gewesen, der sich nach starken Auftritten seiner ersten Bundesliga-Saison (33 Einsätze, acht Tore) auch im Nationalteam in den Fokus hätte spielen können. Schließlich lobt ihn auch DFB-Sportdirektor Matthias Sammer in den höchsten Tönen: "Er ist schnell, dribbelstark, technisch versiert, torgefährlich und arbeitet auch nach hinten."

Definitiv auflaufen werden dagegen die Bayern-Profis Mario Gomez und Toni Kroos. Für sie ist das Spiel Chance und Last zugleich. Zum einen können sie sich für weitere Aufgaben in der Nationalelf empfehlen, zum anderen werden sie im Verein wichtige Trainingseinheiten und Testspiele verpassen, was ihre ohnehin geringen Chancen auf einen Stammplatz nicht erhöhen dürfte.

Die Kapitänsfrage bleibt indes ungeklärt. Teammanager Oliver Bierhoff sagte: "Wir machen jetzt das Spiel, dann haben wir genügend Zeit, darüber zu diskutieren." WM-Spielführer Philipp Lahm und der verletzt ausgefallene Stammkapitän Michael Ballack, die beide gegen Dänemark nicht spielen werden, hatten zuletzt öffentlich immer wieder ihren Anspruch auf das Amt betont. Prominenten Zuspruch erhielt Lahm jetzt von Ehrenspielführer Lothar Matthäus: "Philipp Lahm hat einen tollen Job bei der Weltmeisterschaft gemacht, hat die Mannschaft auch hinter sich stehen."

Das deutsche Team trifft zum 25. Mal auf die dänische Auswahl. Bislang gab es 14 Siege, zwei Unentschieden und acht Niederlagen. Die bitterste Niederlage gegen den Nachbarn datiert vom 26. Juni 1992 in Göteborg. Damals verlor Deutschland das EM-Endspiel mit 0:2. Den letzten Test am 28. März 2007 in Duisburg gewannen ebenfalls die Dänen mit 1:0.