Spielerkritik

Schweinsteiger hielt sein Versprechen - er war der Chef

Neuer: Kein einfaches Spiel für den Torwart. Zunächst lange Zeit geprüft, musste der Schalker in der zweiten Hälfte dann gegen Asamoah sein ganzes Können abrufen - und er zeigte es.

Lahm: Eine Bank, vorbildhafter Einsatz, schaltete sich häufig in die Offensive ein und betätigte sich mehrfach als Retter in der Not. Stark!

Mertesacker: Schon in den ersten beiden Spielen wirkte der Bremer nicht gefestigt. Gegen Ghana leistete sich der Abwehrmann viele unerklärliche Schnitzer, verlor auch in der Luft trotz seiner Größe einige Duelle. Grausam!

Friedrich: Die Lebensversicherung in der Abwehr. Gewann in der Luft jeden Zweikampf, war bissig. Einer seiner besten Auftritte in der DFB-Auswahl.

Boateng (bis 72.): War bei seinen ersten WM-Minuten sofort im Spiel, brauchte keine Eingewöhnungszeit. Konnte allerdings nicht jeden Angriff über seine Seite unterbinden. Ließ kurz nach dem 1:0 Tagoe bei einer Flanke entwischen.

Schweinsteiger (bis 81.): Hielt sein Versprechen und präsentierte sich als Chef des deutschen Spiels, verteilte die Bälle, leistete sich kaum Fehler und eroberte in der Rückwärtsbewegung viele Bälle.

Khedira: Fiel gegenüber Schweinsteiger deutlich ab, konnte den ihm zugewiesenen offensiveren Part nicht zum Vorteil des deutschen Spiel nutzen. Häufig fehlte der letzte Tick.

Müller (bis 67.): Fleißig, aber lange ohne die zwingenden Aktionen auf der rechten Seite. Weil er trotzdem unermüdlich weiterkämpfte und -lief, belohnte er sich selbst, indem er die 1:0-Führung klug einleitete.

Özil: Nachdem er die deutschen Fans in der ersten Halbzeit zur Verzweiflung gebracht hatte, weil er sich zum wiederholten Male als Chancentod betätigt hatte, entschädigte er die eigenen Anhänger mit einem Traumschuss ins Glück.

Podolski: Er fiel nicht ab, konnte sich aber auf der linken Seite wenig zwingende Szenen erarbeiten. Von ihm hätte man sich mehr erwartet.

Cacau: Sehr bemüht, mit einer wunderschönen Vorlage auf Özil, aber vor dem Tor zu harmlos. Der Stuttgarter ist eben kein "Keilstürmer".

Trochowski (ab 67.): In der Schlussphase kam auch der zweite Hamburger zu seinem ersten WM-Einsatz.

Jansen (ab 72.): Joachim Löw belohnte fünf Minuten später auch den dritten HSV-Profi für seinen Einsatz in der Vorbereitung mit einigen WM-Minuten.

Kroos (ab 81.): Durfte reinschnuppern.