Australien setzt auf Ghana, Serbien nur auf sich

Euphorie und Überheblichkeit gegen Trotz - und das Hoffen auf "Jesus"

Nelspruit. Eigentlich sind die Rollen vor dem abschließenden Duell der bisherigen deutschen WM-Gegner am Mittwoch in Nelspruit (20.30 Uhr/EinsFestival) klar verteilt: Die serbischen "Adler" haben den Achtelfinal-Einzug nach dem Triumph gegen Deutschland (1:0) selbst in der Hand, die australischen Socceroos müssen nach der Demütigung durch das DFB-Team (0:4) auf ein Wunder und göttlichen Beistand hoffen.

"Ist Kennedy der große Erlöser?", titelte dann auch das größte Blatt des Landes, "The Australian". Denn der langjährige Bundesliga-Profi Joshua Kennedy, von den Mannschaftskollegen wegen seines Äußeren "Jesus" genannt, bekommt seine Chance von Anfang an. Gemeinsam mit dem nach seiner Rotsperre zurückkehrenden Tim Cahill soll er das Unmögliche möglich machen. Kennedy: "Wenn ich mit Cahill zusammengespielt habe, haben entweder er oder ich immer ein Tor gemacht."

Einen Sieg von Ghana gegen das DFB-Team und einen eigenen Erfolg braucht das Team von Down Under; sollte Deutschland gewinnen, müssen die Socceroos fünf Tore auf die Afrikaner wettmachen. "Wir brauchen ein Wunder und Ghana. Ich bitte Ghana: Haut die Deutschen weg", sagte Dario Vidosic vom MSV Duisburg.

In erster Linie hoffen die Australier auf Überheblichkeit der Serben, die jenen offenbar schon beim Auftakt gegen Ghana (0:1) zum Verhängnis geworden war. Den ersten Sieg gegen Deutschland nach 37 Jahren feierte das Team von Balkan jedenfalls bis nach Mitternacht und wähnte sich mit offensiven Aussagen im Achtelfinale. Trainer Radomir Antic überlegt sogar, einige der sechs mit Gelb vorbelasteten Spieler für die nächste Runde zu schonen. "Wir haben noch nicht entschieden, was wir tun, und wir werden es wohl auch erst in letzter Minute entscheiden", sagte Antic, der den Coup gegen den Vizeeuropameister "dem serbischen Volk" widmete und bei seiner Mannschaft "eine gewisse Arroganz" lobte.

Auf jeden Fall auf der Bank Platz nehmen wird aus diesem Sextett wohl Neven Subotic. Und das, obwohl der Innenverteidiger von Borussia Dortmund gegen Deutschland in seinem 15. Länderspiel erstmals vollauf überzeugt hatte. Er wird aber Platz machen müssen für Aleksandar Lukovic, der nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre aus dem ersten Spiel gegen Ghana wieder neben Starverteidiger Nemanja Vidic von Manchester United rücken wird. "Es ist gut, dass Lukovic wieder dabei ist. Er bringt etwas Stahl in unsere Defensive", meinte Antic. Ob der langjähriger Berliner Marko Pantelic in die Startelf zurückkehrt, ist noch offen.

Australien: Schwarzer - Wilkshire, Neill, Beauchamp, Chipperfield - Valeri, Culina - Emerton, Cahill, Bresciano - Kennedy.

Serbien: Stojkovic - Ivanovic, Lukovic, Vidic, Kolarov - Kuzmanovic, Stankovic - Krasic, Jovanovic - Lazovic (Pantelic), Zigic.

Schiedsrichter: Larrionda (Uruguay).