WM-Notizen

Kamerun: Nach der 0:1-Niederlage gegen Japan herrschte im ganzen Land Trauer. Ein Geschäftsmann, der in einer Bar in der Hauptstadt Jaunde voller Vorfreude Lokalrunden gegeben hatte, weil er eine hohe Geldsumme auf ein Tor von Superstar Samuel Eto'o (Inter Mailand) gewettet hatte, brach nach dem Abpfiff zusammen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Nationaltrainer Paul Le Guen wurde von Journalisten hart kritisiert. "Sie haben viel Geld ausgegeben und alles bekommen, was Sie wollten. Was muss man Ihnen noch geben, damit Sie mal gewinnen?", fragte ein Reporter.

Italien: Einen Tag nachdem er beim 1:1 gegen Paraguay in der Halbzeit ausgewechselt worden war, konnte Torhüter Gianluigi Buffon schon Entwarnung geben. Der 32-Jährige war wegen eines eingeklemmten Ischiasnervs in der Kabine geblieben, geht aber davon aus, im zweiten Gruppenspiel am Sonntag (16 Uhr) gegen Neuseeland wieder einsatzbereit zu sein. Seit einer Meniskusoperation im Dezember leidet der Schlussmann von Juventus Turin an Rückenproblemen.

Niederlande: Aufatmen im Oranje-Lager. Superstar Arjen Robben vom deutschen Meister Bayern München konnte gestern nach seinem Muskelfaserriss erstmals wieder mit der Mannschaft trainieren. Im zweiten Gruppenspiel gegen Japan am Sonnabend (13.30 Uhr) wird er dennoch nur auf der Bank Platz nehmen. Beeindruckt zeigten sich die Niederländer von der Form der deutschen Auswahl. "Zum Glück müssen wir uns noch nicht mit ihnen beschäftigen, weil wir frühestens im Finale auf sie treffen können. Aber sie haben mich bislang am meisten beeindruckt", sagte Offensivspieler Wesley Snijder (Inter Mailand).

Frankreich: Der Weltmeister von 1998 kommt nicht zur Ruhe. Noch immer ist das blamable 0:0 zum Auftakt gegen Uruguay das beherrschende Thema, und im Zentrum der Kritik steht Regisseur Franck Ribéry (FC Bayern), der von der früheren Sturm-Legende Just Fontaine verspottet wurde. "Da hat irgendjemand mal behauptet, er sei das Hirn des Teams, und das hat er geglaubt. Er umdribbelt sieben Spieler, der achte nimmt ihm den Ball weg", schrieb Fontaine für die Zeitung "La Depeche du Midi". Abwehrspieler William Gallas (Arsenal London) droht wegen Muskelbeschwerden für das zweite Gruppenspiel gegen Mexiko morgen (20.30 Uhr) auszufallen. Im Sturm setzt Nationaltrainer Raymond Domenech auf Thierry Henry (FC Barcelona) und Florent Malouda (Chelsea London).

Argentinien: Der Titelfavorit bangt vor seinem zweiten Auftritt morgen (13.30 Uhr) gegen Südkorea um Juan Sebastian Veron. Der Mittelfeldspieler von Estudiantes La Plata laboriert an einer Wadenblessur im rechten Bein. Für ihn stünde Maxi Rodriguez (FC Liverpool) bereit. Nationaltrainer Diego Maradona hat an seinen südkoreanischen Kollegen Huh Jung-moo keine guten Erinnerungen. Bei der WM 1986 in Mexiko trafen beide im Gruppenspiel aufeinander, Maradona wurde von Huh häufig hart gefoult. "Er hat nicht Fußball gespielt, sondern Taekwondo betrieben", sagte Maradona nach dem 3:1-Sieg.

Dänemark: Nach dem 0:2 gegen die Niederlande gab es für die Auswahl von Morten Olsen hämische Kritik ausgerechnet vom sportlichen Erzfeind Norwegen. Olsens Namensvetter Egil Olsen, Nationaltrainer des nördlichen Nachbarn, sagte: "Mich hat kein einziger Däne beeindruckt. Die sind hinten solide, aber vorne haben sie große Mängel." Dennoch traut der Norweger den Dänen noch den Achtelfinaleinzug zu. "Japan und Kamerun sind nicht so gut wie Holland."

Mexiko: Die Auswahl des mittelamerikanischen Landes sieht ihr zweites Gruppenspiel gegen Frankreich morgen (20.30 Uhr) als Schlüsselspiel an. "Wir müssen unbedingt gewinnen", sagte Abwehrchef Rafael Marquez (FC Barcelona). Im Auftaktspiel gegen Südafrika hatte Mexiko nur ein 1:1 geschafft. "Die Franzosen waren zuletzt nicht so erfolgreich, aber das kann sich jederzeit ändern, denn sie verfügen über hochkarätige Stürmer", so Marquez weiter.