Weltfußballer Messi zaubert, aber nur Altstar Heinze trifft

Argentinien versprüht beim 1:0 über Nigeria spielerische Klasse

Johannesburg. Diego Maradona war nicht zu halten vor Glück. Nach seinem ersten Sieg als Trainer bei einer WM umarmte Argentiniens Nationalcoach jeden seiner Spieler - einen stemmte er sogar in die Luft. Es war, wie sollte es anders sein, Superstar Lionel Messi: Der Weltfußballer glänzte mit Zauberpässen und Tempodribblings.

"Fußball wäre nicht so schön, wenn Messi nicht so oft den Ball bekommen würde. Er hat auf dem Platz gezaubert", sagte Maradona über den 22-Jährigen vom FC Barcelona, der allerdings einige gute Torchancen vergab - ein Makel, der diesmal beinahe allen Argentiniern anhaftete. "Wir haben in der vergangenen Woche viel für die Offensive trainiert, aber es hat leider nicht so gut funktioniert. Wir haben allerdings gewonnen, und das wird uns eine gewisse Sicherheit geben", hofft Maradona. Ein Sonderlob erteilte er Nigerias Torhüter Vincent Enyeama. "Glückwunsch an den nigerianischen Keeper, der Ball wollte einfach nicht ins Tor gehen", zollte der Weltmeister von 1986 Enyeama Respekt.

Maradona selbst wurde früh für seine offensive Ausrichtung belohnt. Neben Messi und Gonzalo Higuain hatte er auch Carlos Tevez von Beginn an aufgeboten. Das Trio erzielte in der vergangenen Saison insgesamt 84 Ligatore, den Siegtreffer des zweimaligen Weltmeisters Argentinien zum 1:0 gegen Nigeria schaffte jedoch Abwehrspieler Gabriel Heinze (6.). Der Routinier von Olympique Marseille köpfte nach Eckball von Juan Sebastian Veron völlig freistehend aus elf Metern ins Netz.

Zu Beginn spazierten Argentiniens "Albiceleste" vor 55 686 Zuschauern im ausverkauften Ellis Park auf den Spuren ihres Nationaltrainers leichtfüßig durch die Hintermannschaft der "Super Eagles". Nigerias Torhüter Enyeama (Hapoel Tel Aviv) erwischte einen Glanztag und parierte gleich mehrmals in letzter Not. "Es ist schon verrückt. Ich habe so viel gehalten, doch dieses eine verflixte Gegentor hat uns das Genick gebrochen", erklärte der unglückliche Enyeama, ergänzte aber: "Wir werden uns jetzt nicht selbst umbringen."

Dazu besteht auch kein Grund. Nigeria trat nach einer missratenen ersten Halbzeit im zweiten Durchgang wesentlich schwungvoller auf und gestaltete die Partie offen. Unter der Leitung vom souveränen deutschen Schiedsrichter Wolfgang Stark ließen beide Mannschaften allerdings auch beste Chancen ungenutzt, und so startete Argentinien zum fünften Mal in Serie erfolgreich in das Endturnier einer Fußball-WM. Gelingt es Messi, auch im weiteren Turnierverlauf seine Klasse zu beweisen, wird Maradona auch in den nächsten drei Wochen vor Freude kaum zu halten sein.

Argentinien: Romero - Gutierrez, Demichelis, Samuel, Heinze - Veron (74 Rodriguez), Mascherano, Di Maria (85 Burdisso) - Messi - Tevez, Higuain (79 Milito).

Nigeria: Enyeama - Odiah, Yobo, Shittu, Taiwo (74 Uche) - Kaita, Haruna, Etuhu, Obasi (60 Odemwingie) - Yakubu, Obinna (52 Martins).

Tor: 1:0 Heinze (6.).

Schiedsrichter: Stark (Ergolding). Zuschauer: 55 686 (ausverkauft). Gelbe Karten: Gutierrez - Haruna.